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Projekt zur Familienförderung soll auch ohne den Zuschuss der Stadt Springe eine Zukunft haben

Kirche will Wellcome im Alleingang fortsetzen

Springe (mf). Die Kirche will das Projekt Wellcome nicht scheitern lassen. Nachdem die Stadt Springe angekündigt hat, ihren 3000-Euro-Zuschuss vom kommenden Jahr an streichen zu wollen (NDZ berichtete), soll das fehlende Geld nun vor allem durch Spenden hereinkommen.


Wellcome aufzugeben, wäre die völlig falsche Entscheidung, machte Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes deutlich und bedauerte gleichzeitig, dass einmal mehr auf Kosten von Familien gespart werden soll. Superintendent Detlef Brandes äußerte sein Unverständnis darüber, dass ausgerechnet die Stadt Springe, die mit dem Etikett der Familienfreundlichkeit für sich werbe, an dieser Stelle den Rotstift ansetze. Unklug sei dies auch, weil mit vergleichsweise geringen 3000 Euro bei einem Gesamteinsatz von jährlich 11 000 Euro wichtige Präventionsarbeit geleistet werden könne. Der Stadt blieben damit an anderer Stelle vermutlich deutlich größere Ausgaben erspart.

Gleichwohl versicherte der Superintendent, die Springer Kommunalpolitiker nicht schelten zu wollen. „Sie sind in einer finanziellen Situation, für die sie selbst nichts können.“ Beide Pastoren kündigten an, mit der Stadt noch einmal das Gespräch suchen zu wollen. Denn nur sie könne beim Land eine weitere Förderung von Wellcome beantragen. Unklar sei ihnen, warum die Stadt ihren Anteil bislang überhaupt selbst gezahlt habe. Andere Kommunen, wie Laatzen oder Hemmingen, hätten zur Refinanzierung auf Fördermittel des Landes zurückgegriffen.

Für 2011 ist eine Fortsetzung des Projekts jedoch zunächst in jedem Fall gesichert. Die Kirche will die Finanzierung garantieren. „Was danach kommt, werden wir sehen. Viel hängt davon ab, ob es uns gelingt, noch mehr Spenden einzusammeln“, sagt Müller-Brandes.

Wellcome mit inzwischen 300 Anlaufstellen in ganz Niedersachsen ist vor drei Jahren in Springe gestartet. Seither wurden von 13 ehrenamtlichen Helfern etwa 30 Familien mit insgesamt 48 Kindern betreut. „Zusammengerechnet haben sie 800 Stunden verschenkt“, bilanziert Koordinatorin Ingrid Röttger. Wer sich über die Arbeit informieren oder aber spenden will, kann sich unter 05041/945036 an die Diakonie wenden.

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