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Kinderpornografie: Springer gesteht

SPRINGE. Ein 24-Jähriger, der massenhaft kinderpornografische Schriften und Bilder besessen hat, ist am Amtsgericht mit einer Geldstrafe davongekommen. Er muss 100 Tagessätze à 10 Euro zahlen. Was wird dem Mann aus Springe, der zuvor eine Ausbildung als Erzieher gemacht hatte, genau vorgeworfen?

Foto: Archiv
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Sandra Hermes Redakteurin zur Autorenseite

Polizisten fanden im Juli dieses Jahres auf dem Laptop des 24-Jährigen mehr als 1000-Bilddateien und mehr als 500 Videodateien kinderpornografischen Inhalts – zu sehen sind Kinder im Alter bis 17 Jahren „Ein sexueller Missbrauch war auf den Dateien nicht zu erkennen“, sagte die Richterin. „Aber die Fotos zeigen eindeutig, dass hier eine pädophile Neigung vorliegt.“ Unter den Bildern seien viele Screenshots von nackten Kindern gewesen. „Und mehr Jungen als Mädchen“, gab die Richterin an.

Der Beschuldigte gab die Vorwürfe vollumfänglich zu. „Es stimmt alles.“ Was er getan habe, täte ihm unendlich leid. „Ich kann mir einfach nicht erklären, warum ich das gemacht habe“, sagte der Mann. Auf die Frage, wie er heute über die in der Anklageschrift verlesenen, detailreichen Inhalte denke, antwortete er sichtlich beschämt: „Ich weiß es einfach nicht.“

Ob er sich schon in Therapie begeben habe, fragte die Richterin. Der 24-Jährige verneinte, betonte aber: „Allerdings habe ich mich bereits über Möglichkeiten informiert.“

Bei der Medizinischen Hochschule Hannover gebe es eine Gruppe für gefährdete Männer, berichtete die Richterin. Der Angeklagte müsse sich dort aber schon aus freien Stücken melden – sonst bekäme er keinen Platz.

Das Geständnis, die offensichtliche Reue des Mannes, die Tatsache, dass es sich bei dem sichergestellten Material nicht um sexuellen Missbrauch handelte und der Angeklagte das Material auch nicht verbreitet habe, wertete die Staatsanwaltschaft tatmildernd. Sie forderte 100 Tagessätze à 10 Euro. Das Gericht kam diesem Plädoyer nach und verurteilte den Angeklagten wegen des Beschaffens und Besitzens von kinderpornografischen Inhalten. „Normalerweise sei eine Bewährungsstrafe fällig“, macht die Richterin deutlich. „Allerdings machen wir hier eine Ausnahme, weil sie nicht vorbestraft sind.“

Nach der Urteilsverlesung hakte die Richterin bei dem Mann aus Springe noch mal nach: „Ihnen ist schon klar, dass sie nie wieder als Erzieher arbeiten werden und sich von sämtlichen Kitas fernhalten müssen?“ Der Mann auf der Anklagebank nickte stumm. Wenn er die Geldstrafe nicht zahle, müsse er 100 Tage ins Gefängnis, mahnte die Richterin. „Und ganz ehrlich, dort hat man bei ihrer Vorgeschichte keinen Spaß.“ Mit der Frage, ob es das nun gewesen sei, verließ der 24-Jährige den Gerichtssaal.

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