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Es gibt zwar genug Betreuungsplätze – aber immer öfter zur falschen Zeit

Kindergärten: Träger sagen Eltern ab

Springe. Dass es in der Stadt zu wenig Betreuungs-Plätze für Kinder unter drei Jahren gibt, ist bekannt. Neu ist, dass es auch bei den Kindergärten immer mehr Probleme gibt: Rechnerisch reichen die Plätze – aber offenbar klaffen Angebot und Nachfrage immer mehr auseinander.


Bei der Neuen Deister-Zeitung melden sich immer mehr Eltern, die von den Trägern der heimischen Kitas Infos bekommen oder gleich Absagen kassiert haben: Dort sei die Rede vom 1. Oktober 2013 als Stichtag. Wer nach diesem Datum geboren ist, bekomme zum nächsten Sommer erst einmal keinen Platz – weil es nicht genug gibt. Das heißt: Die Mädchen und Jungen würden erst deutlich nach ihrem dritten Geburtstag unterkommen.

Für den städtischen Fachbereichsleiter Clemens Gebauer ist die Sache ein „Widerspruch, den ich erst mal nicht auflösen kann“. Auf dem Papier habe Springe ein ausreichendes Angebot. Das bestätigt auch ein Bericht der Region: Demnach betrug die Quote im Jahr 2014 noch 104,7 Prozent – das heißt: Es gab deutlich mehr Plätze als Kinder.

„Wo es ein Problem zu geben scheint, sind die freien Kapazitäten“, sagt Gebauer. Soll heißen: Vielfach fragten die Eltern Betreuungszeiten und Angebote nach, die schlicht nicht mehr frei seien. Dafür blieben dann wiederum andere Plätze ungenutzt.

Rein rechtlich bekommt die Stadt aus Gebauers Sicht kein Problem: Der gesetzliche Anspruch auf einen Kindergartenplatz beziehe sich lediglich auf eine Kernzeit von vier Stunden. Nichtsdestotrotz wolle die Stadt ein möglichst bedarfsgerechtes Angebot vorhalten. Ein wichtiger Schritt dahin ist für Gebauer die jetzt diskutierte zentrale Anmeldung: Dabei könnte die Stadt für alle Träger die Formalien übernehmen und so schneller den Bedarf erkennen sowie Mehrfach-Anmeldungen vermeiden.

Zunächst seien aber die Eltern sowie die Träger wie das DRK oder die Kirchen in der Pflicht. Wenn in den Kitas die Nachfrage nach bestimmten Zeiten oder Betreuungsformen steige, müssten DRK oder die Kirchen mit Wünschen auf die Stadt zukommen. Einzige Hürde: das Geld. Denn schon jetzt subventioniert die Stadt das Betreuungsangebot stark. Mehrkosten müsste der Steuerzahler tragen – oder die Eltern über die Gebühren.

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