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Keine Privilegien für Windkraft

LÜDERSEN. Michael Buckup hat die bundesweite Petition schon unterschrieben: Keine Privilegierung von Windkraftanlagen lautet die Forderung der Petition Nummer 74043, die der Vorsitzende des Vereins Gegenwind Lüdersen begrüßt.

Foto: Waldeck

Autor:

Anne Brinkmann-Thies

Gefordert wird in der Petition, dass der Bundestag bauplanerische Privilegierungen von Windkraftanlagen abschaffen soll. Das Prüfungs- und Genehmigungsverfahren sei minimalistisch, durch das „Recht am Bau“ vorweggenommen und so gut wie gar nicht anfechtbar. Bis zum 26. März haben die Unterstützer des Schreibens an den Petitionsausschuss im Bundestag noch Zeit, sich der Forderung auf ein Ende von bauplanerischen Privilegien anzuschließen. Das Schreiben gibt es auf der Internetseite des Vereins Gegenwind unter www.gegenwind-luedersen.

Es seien ja keine leeren Ackerflächen, auf denen auch vor der Haustür Lüdersens die Anlagen errichtet werden könnten, machte Buckup deutlich. Es sei vielmehr der Lebensraum von Tieren wie etwa dem Rotmilan. „Gerade bei uns ist die Besiedlung sehr dicht.“ Es wäre fatal, wenn man hier Anlagen errichten würde, der Landschaftsraum wäre unwiederbringlich zerstört.

Als „monströs“ bezeichnete Buckup die Windkraftanlagen, die vor den Toren Lüdersen entstehen könnten und die Höhe des Berliner Fernsehturms erreichten. Zudem würde das Springer Stadtgebiet durch eine Neuausweisung im Vergleich zur übrigen Region Hannover überproportional stark belastet. Das hatte die Stadtverwaltung in einer Stellungnahme festgestellt. Nur mit einem Normenkontrollverfahren könnten sich die mehr als 20 Riesenwindkraftanlagen sicher verhindern lassen, so Buckup.

Die Forderung nach diesem Normenkontrollverfahren, das die Stadt Springe anstrengen soll, machen die Windkraftgegner auch mit einem Aufkleber für ihr Auto sichtbar. Der Preis von je 3 Euro soll helfen, notwendige Kosten für eine rechtliche Beratung aufzubringen. Denn ein vom Verein einbezogener Fachanwalt ist der Ansicht, dass ein Normenkontrollverfahren gute Chance habe.

Laut eines Beschlusses des Springer Rats vom Dezember 2017 setzt die Stadt Springe auf eine Änderung des Flächennutzungsplanes. Kann dadurch der Windpark bei Lüdersen nicht verhindert werden, soll die geforderte Normenkontrollklage gegen das Regionale Raumordnungsprogramm kommen.

Heute kommt der Verein Gegenwind Lüdersen zu seiner Jahresversammlung zusammen. Dabei geht es um die Situation der Windkraft auf Bundesebene und in Niedersachsen. Aktuelle Konflikte und Entwicklungen im Kampf gegen Windparks werden vorgestellt, sagte Buckup. Die würden sich auch deshalb ergeben, weil das Artenschutzrecht im europäischen Recht hoch angesiedelt werde. Das Treffen beginnt um 19.30 Uhr im Gasthaus Alexandros in Lüdersen.

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