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Stadt lässt Frist für Zuschussantrag ungenutzt verstreichen / Enttäuschung bei der Feuerwehr Bennigsen

Kein Ersatz für altes Löschgruppenfahrzeug

Bennigsen (mf). Hat sich die Stadt die Chance durch die Lappen gehen lassen, preisgünstig an ein neues Löschfahrzeug zu kommen? Das zumindest glauben viele Kameraden in der Ortsfeuerwehr Bennigsen.

Die Feuerwehr Springe ist voll einsatzfähig – nach Ansicht

Es geht um die Ersatzbeschaffung für ein in Bennigsen stationiertes Löschgruppenfahrzeug vom Typ LF 16. Der über 20 Jahre alte Wagen wurde einst im Rahmen des Katastrophenschutzes vom Bund angeschafft und später der Stadt als Geschenk überlassen – ähnlich wurde mit Katastrophenschutzfahrzeugen in vier anderen Gemeinden der Region Hannover verfahren. Für den Fall, dass die betroffenen Kommunen in absehbarer Zeit das alte Auto ausmustern und ein neues dafür beschaffen wollen, hat der Bund ihnen nun einmalig einen Zuschuss in Höhe von 75 Prozent des Kaufpreises von knapp 200 000 Euro in Aussicht gestellt. Die Gemeinde müsste sich mit den restlichen 25 Prozent an der Investition beteiligen.

Während die anderen Kommunen Anträge gestellt hätten, habe einzig Springe die Frist verstreichen lassen, monierte Bennigsens Ortsbrandmeister Rüdiger Finze gestern Abend in der Feuerschutzausschusssitzung. Dies sei ihm unverständlich, denn so günstig komme die Stadt nicht mehr an ein komplett neues Auto dieses Typs.

Stadtbrandmeister Manfred Hakemeyer rechtfertigte die Entscheidung mit strategischen Überlegungen: Angestrebt werde stattdessen die Anschaffung eines Schlauchwagens als Ersatz für ein ebenfalls zum Katastrophenschutz gehörendes Löschgruppenfahrzeug, das bei der Ortsfeuerwehr Springe steht. „Damit wäre uns viel mehr gedient“, machte Hakemeyer deutlich.

Die Chancen dafür stünden gut – allerdings gelte dies nur, wenn die Stadt auf ein neues LF 16 (für Bennigsen) verzichte. Der Stadtbrandmeister verwies mit Blick auf diese Marschroute auf einen einige Jahre zurückliegenden Beschluss des Arbeitskreises Feuerwehr. Die damalige Entscheidung, auf Ersatzbeschaffungen zu verzichten, sei noch unter seinem Vorgänger getroffen worden – „und der hieß Rüdiger Finze“.

Finze bestreitet das nicht, macht aber darauf aufmerksam, dass es damals auch noch nicht das Zuschussangebot des Bundes gegeben habe – und damit auf einer anderen Grundlage entschieden worden sei.

Die anwesenden Politiker ließen unterdessen erkennen, dass sie sich in die internen Entscheidungsprozesse der Feuerwehr nicht einmischen wollen. „Die Stadt könnte sich derzeit aber selbst eine Mitfinanzierung in Höhe von nur 25 Prozent nicht leisten“, gab Helmut Kürsten (SPD) jedoch zu bedenken.

Die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr Bennigsen, das räumt Finze ein, wäre auch mit einem Auto weniger nicht gefährdet. Mit einem weiteren LF sowie Tanklöschfahrzeug und Mannschaftswagen entspreche die Ausstattung den Vorgaben für eine Stützpunktfeuerwehr. Mit guter Pflege werde man auch das alte Fahrzeug hoffentlich noch einige Jahre retten können.

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