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Kahlschlag an der Deisterpforte

SPRINGE. Der Käufer der Deisterpforte macht ernst: Er ließ in dem angrenzenden Waldstück kurzerhand zahlreiche Bäume fällen. Einige Bürger zeigten sich besorgt und fragten bei der Neuen Deister-Zeitung nach, ob die Abholzung auch erlaubt sei.

Kurzer Prozess: Alle Bäume, die bereits tot waren oder gelegen haben, hat der Käufer der Deisterpforte abholzen lassen. Foto: Hermes
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Sandra Hermes Redakteurin zur Autorenseite

Die Sorgen der Bewohner: Durch die Rodung greife der neue Investor in die Natur ein und auch das Landschaftsbild werde zu sehr verändert.

„Mit den Befürchtungen bin ich vertraut“, sagt der Investor, der öffentlich noch nicht mit Namen genannt werden will. Auch er sei schon von Anwohnern kontaktiert worden. Er gibt aber Entwarnung. „Auf den ersten Blick sieht es nach einem Kahlschlag aus“, gibt er offen zu. „Aber letztlich haben wir nur einen großen Baum der Verkehrssicherheit wegen abgeholzt. Zusätzlich wurden noch Gestrüpp, Brombeersträucher und alle Bäume, die eh bereits tot waren, weggenommen.“

Springes Naturschutzbeauftragter Bernd Gallas erklärt: „Das Waldstück muss ordnungsgemäß bewirtschaftet werden.“ Ordnungsgemäß, das heißt, es dürfen nur so viele Bäume abgeholzt werden wie nachwachsen. Ob sich der Investor hier an die Regeln gehalten habe, wisse Gallas nicht. Allerdings gab er zu bedenken, dass ein solcher Kahlschlag durchaus gerechtfertigt sein kann. „Wenn jahrelang in dem Wald nichts passiert ist, wirkt eine größere Abholzung gleich sehr extrem, ist aber zulässig.“

Die kahle Optik ist laut des Investors aber „kein Dauerzustand.“ Sobald der Frühling komme, werde alles wieder grün und „wir forsten auch auf“, so der Käufer der Gaststättenimmobilie. Geplant sei unter anderem eine neue Hecke. Zudem wolle er Parkbänke für die Wanderer aufstellen lassen. „Es soll dort eine Art Park-Landschaft entstehen.“

Die Sorgen der Anwohner, dass sich durch die Abholzungsarbeiten der Ausblick aus den entsprechenden Wohnungen oder Häusern aufs Tal verändere, könne er grundsätzlich verstehen, sie seien aber unbegründet. Und seiner Meinung nach auch fehl am Platz. „Immerhin kauft man bei einer Immobilie den Ausblick nicht mit.“ Auch äußerten Anwohner ihm gegenüber, dass sie den Lärm durch die Gaststätte fürchteten. „Diese Bedenken kann ich nicht nachvollziehen, die Deisterpforte ist schließlich nicht erst seit gestern da“, betont der Investor.

Im Frühjahr wollen er und der neue Pächter sich offiziell vorstellen. „Dann präsentieren wir auch die Pläne.“ Wann genau die Deisterpforte seine Türen für Gäste wieder öffnet, stehe noch nicht fest, „aber wir peilen August an, wir wollen darauf aber nicht festgenagelt werden.“shrm

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