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CDU und FDP beschließen Gesetzesänderung / Springe kann viel Geld einsparen

Jugendamt: das Ende der Ungerechtigkeit?

Springe (ric). Polizei und Politik haben gehörigen Druck aufgebaut: Jugendämter gehören dort hin, wo die Jugendlichen sind, wo es die Probleme gibt. Eine Gesetzesänderung der Landesregierung stößt in Springe auf Zustimmung – geht Bürgermeister Jörg-Roger Hische aber noch nicht weit genug.


CDU und FDP haben in Hannover nach zähen Diskussionen endlich finanzielle Anreize geschaffen, die Gründung eigener Jugendämter zu erleichtern. Springe ist bislang eine der sechs Regionskommunen, die ein eigenes Jugendamt betreibt. 15 weitere nutzen eine zentrale Einrichtung in der Landeshauptstadt – die bislang von allen Regionsgemeinden durch eine Umlage finanziert wurde. Ein System, das laut Hische nicht gerecht war. „Daher freue ich mich um so mehr über diese Initiative.“

Springe bekam die aufgewendeten Mittel bislang zurückerstattet – allerdings nur zu 80 Prozent. „Daher sollte und müsste der zweite konsequente Schritt sein, die bei uns anfallenden Kosten komplett zu übernehmen“, fordert der Verwaltungschef. Ziehe beispielsweise eine Familie in die Deisterstadt, die sich nicht ohne professionelle Hilfe um ihren Nachwuchs kümmern könnte, würden schnell ein paar tausend Euro zusätzlich im Monat anfallen, um etwa Heimkosten zu bezahlen.

Die Gesetzesänderung war vom Landtagsabgeordneten Marco Brunotte angeschoben worden. Der SPD-Mann hatte in ein Wespennest gestochen: Der Fachbereich Jugend sei in Hannover nicht richtig aufgestellt, um die wachsenden Herausforderungen mit verwahrlosten Teenagern oder Alkoholmissbrauch zu bewältigen, bemängelten Führungskräfte der Polizei.

Die Initiative soll den langen Streit um die Finanzierung beilegen, der in Springe darin gipfelte, zu überlegen, die 2002 übernommenen Aufgaben wieder abzugeben. Jetzt sollen Springe, Burgdorf, Laatzen, Langenhagen, Lehrte und Hannover nicht mehr für alle anderen mitbezahlen. Wie sich das im Haushalt der Stadt niederschlägt, hat Hische noch nicht kalkuliert, es geht aber um mehrere hunderttausend Euro jährlich. Und: Erlaubt ist jetzt auch, ein Amt für zweite Städte einzurichten. Bereits vor Jahren kam in Springe die Überlegung auf, mit Wennigsen zusammenzuarbeiten.

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