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Kinderbetreuung im Stadtgebiet zu 98 Prozent ausgelastet – trotzdem schaut die Verwaltung genau hin

Jeder freie Kitaplatz ist einer zu viel

Springe (zett). Die Kinderbetreuungs-Einrichtungen in Springe sind gut ausgelastet – von 1007 Plätzen waren Ende vergangenen Jahres nur 22 frei. Doch dort, wo Vakanzen entstehen, schaut die Stadt genau hin. Denn bei sinkenden Einwohnerzahlen müssen einige Kitas um ihre Existenz bangen.

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„Wir beobachten die Belegungsstände genau“, sagt Fachbereichsleiterin Dagmar Wiese-Cordes: „Und die eine oder andere Einrichtung müssen wir vielleicht auch irgendwann schließen.“ Welche Kitas gefährdet sind, lässt sie sich nicht so leicht entlocken.

Ein Auge hat sie aber in Richtung Holtensen geworfen; zuletzt waren hier fünf Plätze nicht belegt. Dort müsse man beobachten, welche Auswirkungen der Tagesstätten-Neubau in Eldagsen an der Hindenburgallee hat: „Die Einrichtung wäre dann noch einmal näher dran an Holtensen“, sagt Wiese-Cordes. Und: Sie liegt dann direkt neben der Grundschule, die viele Eltern aus Holtensen ohnehin nutzen.

In anderen Fällen hofft die Fachbereichsleiterin, nicht mehr benötigte Kita- einfach in Krippenplätze umzuwandeln, von denen bis zum Start des Rechtsanspruchs 2013 noch einige gebraucht werden. In Gestorf etwa wolle man so vorgehen, so Wiese-Cordes. Hier seien momentan sechs Plätze vakant.

Monatlich sollen alle Einrichtungen ihre Belegungszahlen an die Stadt übermitteln. Zum Stichtag 31. Dezember des Vorjahres gab es dabei insgesamt 832 Plätze für Kinder über drei Jahre, von denen 21 frei waren. In den Krippen verzeichnete die Stadt damals 45 Plätze – alle belegt. Inzwischen sind hier 30 Plätze in der Roten Schule hinzugekommen, die aber durch die stufenweise Vergabe bis Mai ebenfalls vergeben seien, so Wiese-Cordes. Ähnlich eng sieht es auch bei den Hortplätzen aus – hier waren zuletzt 129 von 130 gefüllt.

Die größten Bedarfslücken entstehen also bei regulären Kindergartenplätzen. Dass die Stadt da auch bei geringen freien Kapazitäten genau hinschaut, erklärt Wiese-Cordes mit der Gesetzeslage: „Der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz bezieht sich auf das gesamte Stadtgebiet.“ Es nütze aber in der Praxis den Eltern in Gestorf wenig, wenn in Altenhagen I ein Platz frei sei.

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