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Kanzeln sollen Bejagung erleichtern

Jäger bringen 90 Wildschweine zur Strecke

Springe (si). Die explosionsartige Fortpflanzungsrate beim Schwarzwild hat die Jagdpächter in den drei Springer Feld- und Waldreviere im vergangenen Jahr tüchtig auf Trab gehalten. Jagdpächter Reiner Lockhausen berichtete bei der Hauptversammlung der Jagdgenossenschaft von beachtlichen Wildschäden. So hätten beispielsweise die Schwarzkittel in Dahle während einer einzigen Nacht einen ganzen Hektar Mais breitgemacht.

Jagdpächter Lockhausen berichtet von der Schwarzwildplage.  Foto

Laut der jüngsten Statistik, so Lockhausen, hat sich auf die Jahresstrecke bezogen, die Population bei den Wildschweinen nach 20 Jahren nahezu verdoppelt. In Niedersachsen liegt der Bestand an Schwarzwild gegenwärtig bei etwa

50 000 Stück. Bundesweit hat sich ihre Vermehrung 2007 um etwa 500 000 Exemplare gesteigert, das heißt um 70 Prozent. Allein in den Springer Revieren erlegten die Jäger im Vorjahr 90 Tiere.

Der Jagdpächter sprach sich für die Anlegung von weiteren Wildwiesen aus, um das Wild auf diese Weise zu binden und den Wald vor großen Schälschäden an Bäumen durch Rotwild zu schützen. Im Großen Deister sind sie bis hinüber zu den münderschen Revieren festzustellen.

Außerdem will Lockhausen in Springe West in absehbarer Zeit die Ansitze verbessern. Mit der Einrichtung moderner Kanzeln soll den Jägern die Bejagung der Schwarzkittel erleichtert werden.

Übereinstimmend zeigen sich die Jagdpächter mit dem Verlauf des Jagdjahres 2008/09 in den 2030 Hektar großen Feld- und Waldrevieren zufrieden, obwohl sich der Bestand des Niederwildes nach wie vor in Grenzen hält. Dafür tauchen seit Kurzem oft Wildkatzen in den Revieren auf und geraten anstelle von Raubwild in die aufgestellten Fallen.

Für Springe West vermeldet Lockhausen im Streckenbericht den Abschuss von 47 Wildschweinen, von 13 Stücken Rehwild und drei Stücken Rotwild sowie von elf Füchsen, einem Dachs, einem Waschbären, zwei Steinmardern, elf Rabenkrähen und zwei Elstern. Lockhausen beklagte sich auch über wildernde Hunde, die ein Reh gerissen hätten. Im Streckenbericht von Peter Koch (Springe Süd) schlagen 13 Sauen, elf Rehe, 20 Füchse, je zehn Kaninchen und zehn Hasen sowie 15 Enten und ein Marder zu Buche. Koch lobte die Renaturierung an der Hallerquelle durch den Förderverein Stadtgeschichte, äußerte aber Bedenken, was die Einrichtung eines Erlebnispfades am Raher Berg betrifft. Er fürchtet dadurch eine Störung des Wildes in seinem Revier.

Die Ausbeute in Springe Ost, die von Wolfgang Miserre vorgetragen wurde, betrug 30 Sauen, 14 Stücke Rehwild, 15 Füchse, 17 Krähen, acht Enten und ein Dachs.

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