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Flüchtlinge und Grundschüler bepflanzen bei Rotary-Projekt im Stadtforst eine Lichtung

Integration mit Schippe und Spaten

Springe. Es schallt wie ein Karnevalsruf durch den Wald: „Buchen hier!“ Und die Buchen, die kommen: Zuerst ein Spatenhieb, einmal den Arm gestreckt – und dann kommt die Schaufel mit der Erde. Fertig gepflanzt ist der Buchensetzling.

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Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Springe. Es schallt wie ein Karnevalsruf durch den Wald: „Buchen hier!“ Und die Buchen, die kommen: Zuerst ein Spatenhieb, einmal den Arm gestreckt – und dann kommt die Schaufel mit der Erde. Fertig gepflanzt ist der Buchensetzling. 2000 junge Laubbäume haben Grundschüler und jugendliche Flüchtlinge gestern an einem Waldhang am Kurzen Ging in den Boden gebracht. Zur Freude von Stadtförster Bernd Gallas.

„Was ist pflanzen?“, fragt Jonida Baska. Die 17-Jährige sitzt um diese Zeit normalerweise in der Sprachlernklasse der BBS. Und bereitet sich dort auf das Berufsleben in Deutschland vor. Heute stehen die Schüler mit Spaten, Schippen und Setzlingen in der Hand im Wald.

„Wenn sie das Wort Baum heute fünf Mal hören, dann kennen sie es auch“, sagt Katharina von Dömming. Die Sozialpädagogin vom Pro-Aktiv-Center unterstützt die BBS-Schüler beim Finden von Praktikumsplätzen und Firmenkontakten. Und bei der heutigen Pflanzaktion haben sie gleich die Gelegenheit, die Arbeit eines Forstarbeiters kennenzulernen.

„In der Klasse sind Schüler aus sechs Nationen“, sagt Lehrerin Henrike Hunte – unter anderem aus Syrien und Afghanistan. Unterrichtet werden sie in Deutsch als Zweitsprache und Hauswirtschaft sowie in Metall- und Holztechnik. Ziel ist, dass sie möglichst rasch ein Praktikum starten können.

Organisiert hat die Pflanzaktion der Rotary-Club. „Das mit der Sprachlernklasse passte einfach“, sagt Christian Albert, der die Aktion für die Rotarier unter dem Motto „Plant for the Planet“ organisiert: Viele Bäumchen waren vom Service-Club und von Spendern bezahlt worden, und vom eingenommenen Geld fließt ein in das Flüchtlingsprojekt „Sprache verbindet“. Engagierte Rotarier-Frauen sorgten zudem für die Versorgung der Baum-Pflanzer: Mit Kaffee, belegten Brötchen und leckerem Kuchen.

Stadtförster Bernd Gallas ist begeistert von der Aktion: Immerhin wird auf einer Fläche, die etwa so groß ist wie ein Fußballfeld, für den Baumnachwuchs gesorgt. „Hier entsteht ein Laubmischwald aus Ahorn- Kirsch- Rotbuchenbäume“, sagt Gallas. Früher stand auf der Lichtung im Waldgebiet Goldener Winkel eine Monokultur aus Fichten, der Mischwald sorgt jetzt für mehr Artenreichtum und ist damit ein Beitrag zum Naturschutz.

Der Rotary-Club denkt bereits jetzt über eine Neuauflage der Aktion im Frühjahr des kommenden Jahres nach.

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