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Innenstadt-Umbau: Das sind die Entwürfe

SPRINGE. Wie geht es weiter mit dem geplanten Innenstadt-Umbau? Während die Gespräche zwischen Stadt, Investoren und Rewe-Konzern weiterlaufen, zeigen die Macher hinter dem Projekt, Dennis Melching und Peter Othmer, in der NDZ die aktuellen Planungen. Auch die Stadt äußert sich.

Blick auf das geplante Einkaufszentrum mit Parkplatz: Links verläuft die Fünfhausenstraße, rechts das Niederntor samt Altem Rathaus (helles Gebäude). GRAFIK: OTHMER/MELCHING
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Beide schätzen die Kosten für den Bau eines Einkaufszentrums mit Parkplätzen inzwischen auf mindestens elf Millionen Euro. „Da wird bei uns keiner reich von“, betont Unternehmer Othmer, der nach eigener Aussage am Ende „eine schwarze Null“ anstrebe: „Das ist für uns eine Goodwill-Aktion für Springe.“ Von einer für diese Art Großprojekt branchenüblichen Rendite von rund 15 Prozent sei man „meilenweit entfernt“, betont auch Melching: „Wir wollen aber auch kein Geld drauflegen.“ Dass die beiden Investoren darauf drängen, bei den Planungen nicht zu viel Zeit vergehen zu lassen, liege auch an den Haus- und Grundstückseigentümern drumherum, deren Flächen die beiden für das Projekt kaufen wollen: „Wir müssen einige Leute hinhalten, bis wir Klarheit haben“, sagt Melching bedauernd.

Er und Othmer kennen sich über die Handballfreunde Springe, wo sie seit Jahren gemeinsam aktiv sind: Der frühere Spieler Melching als Manager des Drittliga-Teams – und Othmer als Hauptsponsor. Aus der Begleitung von Othmers Bauprojekten, etwa in Hameln, sei dann die Idee entstanden: „Lass uns doch in Springe zusammen etwas machen“, sagt Melching. Er ist Geschäftsführer bei einer Druckfirma in Sarstedt.

Othmer hatte von Anfang an betont, das Millionenprojekt sei für ihn auch eine Herzensangelegenheit: Er ist wenige Schritte von der Innenstadt entfernt aufgewachsen, sein Elternhaus stand in der Burgstraße, dort, wo sich heute das Lokal „Mensch Meier“ befindet. Anfang der 1960er-Jahre zog Othmer dann in die Nachbarstadt Bad Münder: „Ich bin Springe aber bis heute verbunden“, sagt er.

Wo genau die Anlieferung verlaufen könnte, ist laut Investoren noch unklar. Auf diesem Entwurf würden Kunden von der Fünfhausenstraße aus auf den Parkplatz gelangen – die Eingänge von Rewe und Rossmann (rechts im Bild) lägen ebenfalls dort. GRAFIK: O
  • Wo genau die Anlieferung verlaufen könnte, ist laut Investoren noch unklar. Auf diesem Entwurf würden Kunden von der Fünfhausenstraße aus auf den Parkplatz gelangen – die Eingänge von Rewe und Rossmann (rechts im Bild) lägen ebenfalls dort. GRAFIK: OTHMER/MELCHING
Blick auf den Komplex von der Ecke Nordwall/Fünfhausenstraße: Die Mauer soll den Parkplatz optisch von der Straße trennen – sie soll sich am Ende aber optisch noch einmal deutlich von diesem Entwurf unterscheiden, so Investor Dennis Melching. GRAFIK:
  • Blick auf den Komplex von der Ecke Nordwall/Fünfhausenstraße: Die Mauer soll den Parkplatz optisch von der Straße trennen – sie soll sich am Ende aber optisch noch einmal deutlich von diesem Entwurf unterscheiden, so Investor Dennis Melching. GRAFIK: OTHMER/MELCHING
Blick vom Parkplatz auf den Rewe-Markt: Ähnlich wie die aktuellen Ladenzeilen soll auch der Neubau im Stil mehrerer nebeneinanderliegender Häuser entstehen, um die Gestaltung der umliegenden Altstadt aufzugreifen. GRAFIK: OTHMER/MELCHING
  • Blick vom Parkplatz auf den Rewe-Markt: Ähnlich wie die aktuellen Ladenzeilen soll auch der Neubau im Stil mehrerer nebeneinanderliegender Häuser entstehen, um die Gestaltung der umliegenden Altstadt aufzugreifen. GRAFIK: OTHMER/MELCHING

Schon vor Jahren hatte Othmer ein Auge auf das Grundstück an der Fünfhausenstraße geworfen, auf dem seit den 1980er-Jahren das aktuelle Einkaufszentrum steht. Bei der Eröffnung eines Supermarkts in Gehrden vor einiger Zeit, erinnert sich der Baustoff-Unternehmer, sei er dann erstmals lose mit Vertretern von Rewe über den Standort Springe ins Gespräch gekommen. Lange versuchte er dann, Gebäude und Grundstück zu kaufen. Erschwert wurde das auch durch die zwischenzeitliche Insolvenz des Eigentümers, eines israelischen Immobilienfonds. Ihm gehe es bei den Plänen immer auch darum, „einen Gegenpol zur Osttangente“ zu schaffen, sagt Othmer: „Die Händler, die in der Stadt sind, unterstützen uns.“

Die Stadt will noch in dieser Woche bei einem Termin mit Rewe-Vertretern ausloten, was sich genau der Supermarkt-Konzern für seine Ansiedlung in Springe erhofft – und welche Pläne wie umgesetzt werden können. Der Planungsausschuss des Rates soll außerdem bei einer Ortsbegehung – vermutlich im März – über den aktuellen Stand informiert werden.

Bau-Fachbereichschef Jörg Klostermann bekräftigte am Mittwoch seine Einschätzung, ein Rewe-Markt in der Innenstadt könne allein in Sachen Erreichbarkeit keine Konkurrenz zur Osttangente darstellen: Wer heute dort mit dem Auto einkaufe, der fahre nicht künftig stattdessen in die Innenstadt: „Dahin gehen die Leute, weil sie bummeln wollen, einen Cappuccino in der Sonne trinken, ein Buch kaufen. Aber nicht, um eine Kiste Bier zu kaufen.“ Es gehe ihm nach wie vor nicht darum, das Projekt zu verhindern. Aber die Bedingungen müssten stimmen. So verhindere der geplante Parkplatz an der Fünfhausenstraße, dass sich das neue Einkaufszentrum zur Innenstadt öffne.

Klostermann betont aber auch, mit einer Einigung in Sachen Parkplatz und Zufahrt („Ich bin da optimistisch“) sei zwar ein wichtiger Punkt abgearbeitet – die Arbeit auf dem Weg zur Baugenehmigung aber noch lange nicht getan: Es gehe auch um die Verkehrsführung, um Kanal- und Straßenverlegungen oder um Lärm- und andere Gutachten.

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