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Indoor-Cannabis-Plantage in großem Stil

SPRINGE. Weil sie in einer Indoor-Plantage in einer Springer Wohnung in großem Stil Cannabispflanzen angebaut haben, mussten sich jetzt zwei 20-Jährige am Amtsgericht verantworten. Nach Überzeugung des Gerichts wollten die jungen Männer das geerntete Marihuana nicht nur selbst rauchen, sondern auch verkaufen.

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Autor:

Anne Brinkmann-Thies

Die jungen Männer, in deren Wohnung sich außerdem Hasch fand, wurden zu Bewährungsstrafen und Jugendarrest verurteilt.

„In so einer Größenordnung habe ich noch keine Indoorplantage gesehen“, sagte eine Polizeibeamtin, die bei der Hausdurchsuchung im Juni 2015 vor Ort war. Die Beamten entdeckten in einem Raum mit speziellen Lampen, Anzuchtkästen und Düngemitteln eine ganze Reihe von Pflanzen in unterschiedlichen Wachstumsstadien. Weitere Pflanzen wurden noch ins Freie gebracht, um sie zu verstecken.
Die beiden Angeklagten erklärten, dass sie die Pflanzen lediglich für ihren eigenen Konsum angebaut hätten. „Ich habe damals mehrere Joints am Tag geraucht“, erzählte einer der beiden Männer. Dafür habe er 30 Gramm pro Woche benötigt. Auch der andere Bewohner berichtete von einem hohen Eigenkonsum. Deshalb seien sie auf die Idee gekommen, selbst Cannabis-Pflanzen anzubauen. Im Internet habe er sich darüber informiert, wie das funktioniere, erklärte einer der beiden Angeklagten. Er hatte auch bei den Springer Stadtwerken nachgefragt, wie hoch der bisherige Stromverbrauch für die Wohnung sei, die die jungen Männer bewohnten. Dann wurden die voraussichtlichen Stromkosten für die Wärme liebenden Pflanzen berechnet. Wie viele Pflanzen sich aber aus dem gekauften Samen entwickeln würden, hätten die jungen Konsumenten gar nicht wissen können, so der Verteidiger.

Doch die Staatsanwältin sah es als Schutzbehauptung an, dass die Männer die Cannabis-Plantage allein für ihren eigenen Bedarf angebaut hatten. „Das war eine erhebliche Menge an Pflanzen, die da gefunden worden ist. Und deutlich zu viel für den Eigenbedarf“, sagte sie. Die Hausdurchsuchung habe ihm die Augen geöffnet, berichtete einer der Angeklagten. Danach habe er mit dem Joint-Rauchen komplett aufgehört. Seine Eltern hätten ihn dabei unterstützt. Auch sein einstiger Mitbewohner, der jetzt in einer anderen Stadt lebt, erzählte, keine Betäubungsmittel mehr zu konsumieren.

Er war auch wegen mehrfachen Dealens angeklagt und wurde vom Jugendschöffengericht zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten mit Bewährung verurteilt und muss zwei Wochen in den Jugendarrest. Sein Mitbewohner erhielt ein milderes Urteil: Er bekam eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten und muss eine Woche in den Jugendarrest.

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