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40 Prozent der niedergelassenen Mediziner älter als 59 Jahre / Region warnt vor Versorgungslücke

In Springe werden die Hausärzte knapp

Springe (zett). Die Region Hannover fürchtet um die medizinische Grundversorgung in Springe: Aus dem gestern vorgelegten Gesundheitsbericht geht hervor, dass 40 Prozent der heimischen Hausärzte in den nächsten fünf Jahren altersbedingt auf Nachfolgersuche gehen müssen. Gleichzeitig erscheine es „vielen jungen Ärzten derzeit wenig attraktiv, eine Praxis im ländlichen Gebiet zu übernehmen“, heißt es bei der Region.

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Springe, wo fast jeder fünfte Einwohner älter ist als 70 Jahre, könnte die drohende Versorgungslücke besonders hart treffen, fürchtet die Region. Laut Bericht kommen in der Deisterstadt bei 20 aktiven Hausärzten momentan 1473 Einwohner auf einen Mediziner – regionsweit ist das noch ein guter Wert. Doch wenn acht von ihnen bis 2016 in Ruhestand gehen, könnte sich die Lage verschärfen.

„Unser Interesse ist es, dass für alle Bürger auch in nächster Zeit niedergelassene Arztpraxen verfüg- und erreichbar sind“, so Regions-Gesundheitsdezernentin Barbara Thiel. Mit den neuen Daten wolle man die Kommunen auf mögliche Probleme hinweisen. Schwieriger als in Springe ist die Lage dabei nur in Ronnenberg – hier hören gleich 55 Prozent der Hausärzte auf.

Bei den Fachmedizinern sieht es etwas besser aus. Die meisten der im Bericht aufgelisteten Spezialgebiete sind in Springe mit mindestens einem Arzt vertreten – niedergelassene Gynäkologen gibt es sogar zwei. Einzige Ausnahme: Radiologen und Dermatologen. Hier gibt es weder in Springe noch in einer angrenzenden Regionskommune eine entsprechende Praxis. Wer einen Hausarzt braucht, wird allerdings im nahen Bad Münder fündig. Positiv: Von den neun verzeichneten Fachärzten muss sich altersmäßig nur einer in den kommenden fünf Jahren um einen Nachfolger bemühen.

Wenn die meisten der ausscheidenden Hausärzte keinen Nachfolger finden, gilt Springe offiziell als unterversorgt. Einziger Lichtblick: die gleichzeitig sinkenden Bevölkerungszahlen.

Über die Ergebnisse des Berichts diskutiert Dezernentin Barbara Thiel heute mit Experten. Die Podiumsveranstaltung beginnt um 17 Uhr im Haus der Region, Hildesheimer Straße 18, Hannover.

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