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Jägerschaft Springe beklagt hohen Anteil an Fallwild / Angst vor der Schweinepest

Immer mehr Wild kommt unter die Räder

Gestorf (gho). Stellwände mit Trophäen von Hirschen, Keilern und Rehböcken des zurückliegenden Jagdjahres beherrschten den Saal im „Weißen Ross, und die Klänge der Jagdhornbläser lockerten die Jahresversammlung der Jägerschaft Springe auf. Große Aufmerksamkeit zog denn auch der Streckenbericht von Kreisjägermeister Wilhelm Burgdorf auf sich.

W. Burgdorf

In den beiden Hegeringen sowie in den Revieren des Klosterforstamtes Westerhof erlegten die Jägerinnen und Jäger 19 Stück Rotwild, 93 Stück Damwild, 718 Wildschweine, 362 Stück Rehwild, 235 Hasen, zwölf Wildkaninchen, 257 Füchse, 24 Dachse, 23 Waschbären, zwölf Steinmarder, zwei Fasane, 143 Wildtauben, 38 Graugänse, 112 Stockenten, 328 Rabenkrähen sowie 72 Elstern.

„Die Bestände sind immer noch sehr hoch“

Burgdorf beklagte in seinem Report den stark gestiegenen Anteil an sogenanntem Fallwild, also durch Auto oder Bahn getötete Stücke. So seien beim Rehwild allein 51 Stück oder 14 Prozent durch Unfälle umgekommen. Von den überfahrenen Hasen würden manche gar nicht gefunden, weil sie schon in der Nacht von den Beutegreifern aufgenommen würden.

Wenn auch die Zahl der erlegten Sauen gegenüber dem Vorjahr nicht gestiegen sei, solle weiter scharf in die Frischlings- und Überläuferklasse eingegriffen werden, denn, so Burgdorf: „Die Bestände sind immer noch sehr hoch, und die Schweinepest können wir einfach nicht gebrauchen.“

Den ältesten Rehbock im Hegering I hatte Detlef Hoppe im Revier Gestorf erlegt, und der älteste Bock des Hegerings II wurde erbeutet von Steffen Dziubek in Boitzum. Beide wurden mit dem silbernen Bruch ausgezeichnet. „Wir haben gut gejagt“, lobte Burgdorf die Rehwildstrecke, denn 66 Prozent der Jugendklasse und 33 Prozent ältere Stücke entsprächen genau den Vorgaben. Bei den durch die Chinaseuche stark geschwächten Wildkaninchen sei immer noch keine Erholung in Sicht, dagegen sei der Druck aufs Niederwild durch die vielen Füchse immer noch sehr hoch. Hinzu kämen immer mehr Waschbären, die wirksam nur mit der Fallenjagd kontrolliert werden könnten.

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