weather-image
17°

Im „Hoffmann’s“ geht das Licht aus

Springe. „Ich habe alles versucht, aber am Ende hat es nicht gereicht“, sagt ein sichtlich betrübter Alexander Hoffmann. Der Inhaber des Restaurants im Ratskeller am Markt hat gestern nach eigenen Angaben einen Insolvenzantrag für seinen Betrieb gestellt.

270_008_7329270_hoffmansprio2.jpg

An der Eingangstür der ältesten Gaststätte Springes hängt ein Schild: „Liebe Gäste, wir machen Betriebsurlaub. Das Restaurant bleibt bis zum 4. August geschlossen.“ Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Alexander Hoffmann will nach seinem Urlaub nicht wieder öffnen. „Ende Juli ist offiziell Schluss“, kündigt er an. Er ziehe damit die Konsequenzen aus einer zuletzt immer prekäreren wirtschaftlichen Situation. „Das Objekt war einfach zu groß für meine Zwecke. Die Fixkosten waren so hoch – das konnte ich gar nicht erkochen.“

Es war ein Abschied auf Raten. Hoffmann hatte schon im vergangenen Jahr ans Aufhören gedacht – und dann doch noch einmal einen Anlauf genommen. Aber auch das neue Konzept des „Hoffmann’s“, zu dem ein Kaffee-und Kuchenangebot am Nachmittag zählte, ging nicht auf. Nach einem vielversprechenden Start blieben die Gäste weg, berichtet er. Und allein vom florierenden Wochenendgeschäft habe er nicht leben können.

Im Februar dieses Jahres sah er sich gezwungen, seinen Koch zu entlassen. Hoffmann, der früher in durchaus renommierten Häusern die Küche geführt hatte, stellte sich seither wieder selbst an den Herd. Die Belastung für ihn selbst, aber auch für seine junge Familie sei dadurch immer größer geworden. „Irgendwann zu groß“, sagt er rückblickend.

„Der Insolvenzantrag ist mir nicht leicht gefallen“, versichert er, „schließlich hat es auch sehr schöne Augenblicke in den vier Jahren meiner Selbstständigkeit gegeben.“ Doch nun habe er Verbindlichkeiten bei Lieferanten, die er nicht mehr erfüllen kann. Sein Personal habe dagegen immer pünktlich Geld bekommen, wobei zum Schluss ohnehin nur noch Aushilfskräfte beschäftigt worden seien.

Eine Fortführung des Betriebs kommt für Hoffmann nach eigenen Worten nicht in Betracht – selbst dann nicht, wenn das Insolvenzgericht dies als Option aufzeigen sollte. Denn unterm Strich habe er sich nicht allein aus wirtschaftlichen, sondern auch aus persönlichen Gründen zur Aufgabe entschieden. Wie es mit ihm selbst weitergeht, wisse er noch nicht. Wahrscheinlich werde er ein Angebot annehmen, außerhalb Springes einen Gastronomiebetrieb zu leiten.

Klaus Nagel, der Besitzer des Ratskellers, zeigte sich gestern überrascht von der Entwicklung. Ihm sei weder etwas von den Schließungsabsichten, noch vom Insolvenzantrag bekannt gewesen, sagte er auf Anfrage dieser Zeitung. Die Einschränkung des Angebots in den vergangenen Monaten habe ihm sicher zu denken gegeben, gibt Nagel zu. „Ich bedauere das alles sehr, die Küche war immer sehr gut.“

Die Suche nach einem neuen Pächter dürfte nicht leicht werden. Bevor Hoffmann vor vier Jahren den Betrieb übernahm, hatte das Restaurant mangels ernsthafter Interessenten monatelang leer gestanden.mf

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare