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IGS Springe: Hilfe für Sri Lanka

SPRINGE. Auf der Insel im Indischen Ozean versucht die Stiftung „Ward 25 – Hilfe für Sri Lanka“ zu helfen, wo es nur geht – mithilfe von Schülern der Integrierten Gesamtschule (IGS) Springe.

Mit Scheck (von links): Kay Spiller, Andreas Müller von „Ward 25“, Frank Kasburg und Thomas Prey. Foto: Hermes
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Sandra Hermes Redakteurin zur Autorenseite

„Viele Familien leben im Dschungel. Alles benötigte Wasser zum Waschen, Kochen und Trinken muss aus 20 Metern Tiefe mit der Hand nach oben gezogen werden“, berichtet Andreas Müller, Vorstandsmitglied von „Ward 25“, der Klasse 7d. Die Schüler der IGS haben gemeinsam mit Klassenlehrer Thomas Prey beschlossen, die Patenschaft für die kleine Methuli aus Colombo in Sri Lanka zu übernehmen. Damit sind sie die zweite Klasse an der IGS, die zu Paten geworden sind.

Aber das ist noch nicht alles: Auch der Erlös aus dem von Schülern organisierten Winterfest – insgesamt 800 Euro – geht an die Stiftung. Schulleiter Frank Kasburg ist überzeugt davon, dass das Geld bei der Stiftung richtig investiert ist. „Durch den engen Kontakt bekommen wir genau mit, was mit der Spende passiert und dank der Patenschaften sind wir noch näher dran.“

Immerhin: 800 Euro sind in Sri Lanka im Durchschnitt acht Monatsgehälter. „Man muss sich immer vor Augen halten, was eigentlich ein Euro in Sri Lanka wert ist“, sagt Müller. „Mit 800 Euro können wir mindestens zwei, drei Kinderprojekte starten.“

In den vergangenen Jahren hätten sie beispielsweise einen Brunnen zur Wasserversorgung der Schüler gebaut oder eine kleine Bücherei eingerichtet. „Auch die Verbesserung der Schul-Ausstattung steht auf unserer Prioritätenliste immer ganz oben“, so Müller.

Den Kontakt zu der Stiftung hat Jutta Huber hergestellt. Sie ist die Mutter eines Schülers der IGS Springe und engagiert sich bereits seit 13 Jahren für die Hilfsorganisation. Im vergangenen Jahr ist sie sogar gemeinsam mit ihrem Mann in Colombo gewesen, um eine Spende der Heinrich-Göbel-Realschule und der IGS persönlich vorbeizubringen.

Lehrer Thomas Prey sieht in der Patenschaft für Methuli auch einen klaren Nutzen für seine Schüler. „Eine Partnerschaft auf Augenhöhe in einer Welt mit unterschiedlichen Chancen für Kinder aufzubauen und zu pflegen, Verständnis füreinander zu entwickeln, Informationen auszutauschen und zu helfen, wo Hilfe notwendig ist – das ist der pädagogische Wert dieser Verbindung.“ Auch Kay Spiller, didaktischer Leiter der IGS, betont: „Die Patenschaft fördert die soziale Kompetenz der Schüler – immerhin geht es hier um Hilfe von Kindern für Kinder.“

Die Klasse 7d muss nun überlegen, wie sie an Spendengelder kommt. „Bei einem Waffelverkauf beispielsweise muss alles von der Klasse organisiert werden – vom Waffeleisen, dem Teig bis hin zum Standaufbau“, erklärt Klassenlehrer Thomas Prey.

In der Regel besteht eine Patenschaft, bis das Kind aus der Schule ist. „Sollte der aktuelle Jahrgang hier an der IGS die Schule früher verlassen, geben wir die Patenschaften an andere Klassen ab, damit sie weiter bestehen bleiben kann“, erklärt Prey.

Information

Der Jahrzehnte dauernde Bürgerkrieg wurde 2009 beendet, indem die sri-lankischen Regierungstruppen den militärischen Sieg über die tamilischen Rebellen errangen. Doch die Folgen des Bürgerkrieges in Sri Lanka sind noch lange nicht überwunden. Während der Bürgerkrieg in 26 Jahren Schätzungen zufolge etwa 100 000 Todesopfer kostete, fielen dem Tsunami auf Sri Lanka im Jahr 2004 in wenigen Stunden etwa 30 000 Menschen zum Opfer.

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