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Hutewald-Projekt verzeichnet erste Erfolge

Eldagsen. Ihren ersten Winter in der Wildnis haben die Highland-Cattles von Biobauer Friedrich Bartels unbeschadet überstanden. Es gehe den Tieren gut, sagt Naturschutzförster Heiko Brede, der das landesweit beachtete Hutewald-Projekt im Osterwald betreut.


Die Herde musste im Oktober geteilt werden: Die Muttertiere und der Zuchtbulle verbrachten die kältesten Monate auf ihrem Bauernhof an der Industriestraße in Springe. „Das Futterangebot im Wald ist noch nicht groß genug“, erklärt Brede.

Die fünf zurückgelassenen Hochland-Rinder wurden beständig gefüttert. Brede: „Für sie war jederzeit ein Heuballen erreichbar.“ Die Tiere hätten ihre Vorliebe für Brombeerblätter entdeckt – und lösten damit bei den Projektbetreuern zugleich Erstaunen und Freude aus. Die Ranken können auf dem 20 Hektar großen Gelände künftig besser in Schach gehalten werden. Brede glaubt deshalb, dass er als mittelfristiges Ziel erreichen kann, „ohne Zufüttern klarzukommen“.

Das Hutewald-Projekt startete im Sommer 2014. Im vorigen Jahr kamen die Hochland-Rinder dazu. Die ausgesprochen robusten Tiere werden quasi als Landschaftspfleger eingesetzt. Das Wort „Hute“ leitet sich vom selben Wort ab wie „Vieh hüten“. Schon vor 250 Jahren wurden Schweine und Rinder zur Mast in die Eichenwälder zwischen Coppenbrügge und Eldagsen getrieben. Darin wollen die Niedersächsischen Landesforsten mit ihrem Ökoprojekt anknüpfen.

Sobald es deutlich wärmer und das Nahrungsangebot vor Ort reichhaltiger wird, soll Bartels Rinderherde wieder im Wald zusammengeführt werden. Aber nicht nur die Vierbeiner sorgen dafür, dass im Waldstück immer etwas passiert: In den nächsten Tagen wollen Forstarbeiter auf dem Areal 50 Eichen pflanzen. Auch Wassergräben müssten verbreitert werden, erzählt Brede.

Und dann hat er ein Mentoring-Programm vor sich: Festgehalten werden muss, wie sich die Pflanzen und Amphibien im Projektgebiet entwickeln. Schon nach den ersten Monaten gerät Brede ins Schwärmen: „Es ist gigantisch, was da bereits an neuen Arten aufgetaucht ist.“ Zwei Beispiele: „Der Schwarzstorch war bereits zum Angeln da. Und auch die Wildkatze ist zum Mausen vorbeigekommen.“

Akzeptanzprobleme bei der Bevölkerung gibt es nicht. Brede und seine Kollegen haben bereits etliche Exkursionen auf dem Gelände angeboten. Das Publikum sei bunt gemischt, Studenten kämen ebenso vorbei wie Landfrauenvereine. „Und alle Rückmeldungen sind positiv. Das freut uns.“

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