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Wiese-Cordes reagiert per Brief auf Elternkritik aus Bennigsen – und löst dort neuen Unmut aus

Hort-Diskussion: „Wir sind maßlos enttäuscht“

Bennigsen (zett). Auf die Kritik wegen fehlender Hortplätze in Bennigsen hat Fachbereichsleiterin Dagmar Wiese-Cordes noch einmal schriftlich reagiert – und damit die betroffenen Eltern offenbar um so mehr verärgert.


In einem Brief an den DRK-Elternrat verweist Wiese-Cordes auf die angespannte Haushaltssituation der Stadt. Weil das Geld knapp ist, stünden freiwillige Leistungen wie das Hortangebot zuerst auf der Kippe. „Gern würden der Bürgermeister und meine Person Ihrem Wunsch nachkommen“ schreibt Wiese-Cordes. Doch die finanzielle Lage lasse dies nicht zu.

Elternrats-Vertreterin Maren Häusler hatte in der jüngsten Bennigser Ortsratssitzung ihrem Unmut Luft gemacht – und auf einen vermeintlichen Rechtsanspruch auf Hortbetreuung gepocht. Doch den, betont Wiese-Cordes in ihrem Brief jetzt noch einmal, gebe es schlicht und einfach nicht. Es fehle in dem von Häusler zitierten Paragrafen des Sozialgesetzbuchs das Wort „Anspruch“. „Gesetzestexte erschließen sich dem ungeübten Leser nicht zwangsläufig. Um sie zu verstehen, ist oft ein Heranziehen von Rechtskommentierungen nötig“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Häusler erklärte gestern, sie und ihre Mitstreiter bestünden nicht darauf, rechtlich einen Hortplatz pro Person durchzusetzen. Doch auch der Kommentar zu dem Gesetz spreche davon, dass die Stadt eine „bedarfsgerechte“ Anzahl Plätze vorhalten solle. Es dürfe demnach „nicht dem Belieben des Trägers“ überlassen werden wie groß das Angebot sei, so Häusler gestern. Sie zeigte sich „maßlos enttäuscht“ von der Stadt: „Wir wurden im Grunde genauso abgeschmettert wie im vergangenen Jahr.“ Damals habe die Stadt geraten, Kinder per S-Bahn in den Hort nach Springe zu schicken.

Die ebenfalls von den Eltern ins Spiel gebrachten Broschüren der Stadtverwaltung, in denen mit einem guten Betreuungsangebot geworben wird, seien lediglich „Absichts- und Willenserklärungen“, so Wiese-Cordes weiter. Man stoße als Stadt bereits mit dem gesetzlich verankerten Recht auf einen Krippenplatz ab 2013 „an die Grenze der finanziellen Belastbarkeit“, heißt es weiter.

Wiese-Cordes rät Häusler und anderen betroffenen Eltern, selbst aktiv zu werden – etwa durch Gründung einer Hort-Initiative. Für Häusler ist das wegen der beruflichen Belastung der Eltern unmöglich: „Deshalb brauchen wir ja überhaupt die Hortplätze!“ Der Bedarf in Bennigsen sei unterdessen von 21 auf 29 Plätze angestiegen – allein aus der Kita „Am Gut“ seien sechs Anfragen dazugekommen.

In ihrem Schreiben hatte Wiese-Cordes auch daran gezweifelt, dass, wie von Häusler angegeben, alle Bennigser Tagesmütter ausgebucht sind: „Sind Sie sicher, dass Ihnen alle Tagesmütter aus der Kartei des Familienbüros bekannt sind?“, schreibt sie. Das Büro habe ihr nur drei Tagesmütter genannt, so Häusler, dabei gebe es im Ort deutlich mehr: „Aber die, die ich gefragt habe, hatten keine Kapazitäten.“

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