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Schwieriger Spagat: Bürgermeister will 2011 als Einzelbewerber auch Parteigänger hinter sich bringen

Hische bietet sich der CDU als Alternative an

Von Marc Fügmann

Springe. Familie und Freunde waren schon einige Zeit eingeweiht – jetzt hat Jörg-Roger Hische es offiziell gemacht: Er will im Herbst 2011 erneut für das Bürgermeisteramt kandidieren – als sogenannter Einzelbewerber.


Von Marc Fügmann

Springe. Familie und Freunde waren schon einige Zeit eingeweiht – jetzt hat Jörg-Roger Hische es offiziell gemacht: Er will im Herbst 2011 erneut für das Bürgermeisteramt kandidieren – als sogenannter Einzelbewerber.

„Ja, ich trete an“, bestätigte Hische gestern entsprechende NDZ-Informationen. Seine Mitarbeiter im Rathaus hatten es unlängst schon per Rundmail erfahren.

Seine CDU-Mitgliedschaft will Hische nach eigenen Worten zunächst weiter aufrecht erhalten – ungeachtet der anhaltenden Differenzen mit Teilen von Partei und Fraktion. Mindestens bis zur Stadtverbandsversammlung im September, in der die CDU endgültig ihren Kandidaten küren will. „Mehrere Parteifreunde haben mich ausdrücklich darum gebeten“, sagt Hische.

Dahinter steckt auch noch eine strategische Überlegung, wie der Bennigser offen zugibt. Sollte sich nämlich in der Parteiversammlung keine Mehrheit für Ratsherr Friedrich Woltmann ergeben, der seinen Hut vor drei Wochen in den Ring geworfen hatte, stünde er bereit, so Hische. Zwar wie angekündigt nicht als Kandidat der CDU, aber eben als unabhängiger Einzelbewerber mit CDU-Parteibuch.

Immerhin hatten dem Amtsinhaber im Vorfeld mehrere prominente Parteifreunde ihre Unterstützung zugesagt – etwa die Ortsbürgermeister von Eldagsen und Bennigsen, Ralf Burmeister und Hartmut Rieck. Vor diesem Hintergrund scheint zumindest nicht ausgeschlossen, dass eine Mehrheit der Parteibasis gegen den Willen des Vorstands Hisches Bewerbung unterstützt.

Sollte dagegen Woltmann oder möglicherweise ein anderes Unionsmitglied nominiert werden, will Hische „umgehend aus der CDU austreten, um einem unausweichlichen Ausschlussverfahren zuvorzukommen“, wie er sagt. Schließlich sei ihm bereits signalisiert worden, dass in diesem Fall das Aufrechterhalten seiner Kandidatur als parteischädigendes Verhalten gewertet würde.

Das Klima zwischen Hische und der Parteiführung ist unterdessen noch ein bisschen weiter abgekühlt. Das gilt mittlerweile auch für das ehemals freundschaftliche Verhältnis zu Stadtverbandschefin Anette Henkels, der er einen „Tunnelblick“ vorhält.

Der Bürgermeister hatte Anfang Februar bekannt gegeben, nicht mehr im Namen der Springer CDU zur Wahl antreten zu wollen. Der Parteivorstand hatte daraufhin ein Auswahlverfahren eingeleitet, um einen neuen Bewerber zu finden.

Vorausgegangen waren monatelange Dauerquerelen mit einigen Unionsvertretern in Fraktion und Stadtverbandsspitze. Hische hatte ihnen Einmischung in Verwaltungsangelegenheiten vorgeworfen, sie ihm Dünnhäutigkeit und mangelnde Kompetenz.

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