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Hingucker und Lücken beim Herbstzauber am Jagdschloss

SPRINGE. Die Herzen der Liebhaber von Kunst, Kultur und Kuriosem schlagen bei dieser Veranstaltung höher: Der Herbstzauber am Jagdschloss lockt zahlreiche Besucher nicht nur aus Springe, sondern aus dem weiten Umfeld. Doch nicht alles lief rund.

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Autor:

REINHOLD KRAUSE

Parkplätze waren Mangelware. Bis weit in die Kaiserallee hinein mussten die Fahrer ihre Autos abstellen und einen Umweg zum Eingang zurücklegen. Besucher, die Jahr für Jahr diese Veranstaltung besuchen, staunten dann auf dem Ausstellungsgelände: Es fehlten Stände. Veranstalter Alain Sacha Diop räumte ein, dass einige Anbieter – aus unterschiedlichen Gründen – nicht gekommen waren.

Vor allen Dingen der Stand von Syedhom Salama fehlte. In blauem Kaftan und mit Turban hatte er sonst immer handgefertigte Gebrauchskeramik aus seinem Heimatland präsentiert. Auch den benachbarten Gewürzstand suchte man vergeblich.

Diop gelang es, einige Lücken mit neuen Ausstellern zu füllen, die zum Konzept passten. So zum Beispiel Silvia Franke, für die das Fest eine Premiere war. Seit zwei Jahren betreibt sie in Alfeld ihr „Hobby im Garten“ und haucht alten Werkzeugen, ausrangierten Ersatzteilen und eisernen Gerätschaften „neues figürliches Leben“ ein. „Davor hatte ich vom Elektroschweißen keine Ahnung“, gesteht sie. „Das habe ich alles in einem Kurs bei einem Künstler erlernt“, ergänzt sie und freut sich über die vielen Ideen, die sie bereits umgesetzt hat.

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Neu dabei war auch Sandra Leibner aus Syke. Sie stieg mit ihrer Lederkollektion schon international auf. Die englische „Vogue“ hatte einen Artikel über sie verfasst und auch Fotos ihrer Kollektion – Taschen, Armbänder und Lederaccessoires – veröffentlicht. Seit mehreren Jahren verarbeitet sie auch Lachsleder. Die Haut des Zuchtlachses wird in Deutschland gegerbt.

Ebenfalls zum Reigen der Neulinge gehörte der Lüneburger Jürgen Stock. Mit seinen Mini-Quads brachte er die ganz jungen Festbesucher auf einem kleinen Rundkurs auf Touren. Als weiteren Ausgleich für fehlende Aussteller hatte Diop den Thüringer Ritterorden „Die Ritter des Löwen“ mit mittelalterlichem Lagerleben und Schaukämpfen engagiert.

Für beste musikalische Unterhaltung sorgten an beiden Tagen „Claudia Hesse und Friends“ und das „Kleine Gitarren-Ensemble“. Die Jazzformation „Sweet Sixties“ ergänzte das Programm am Sonntag. Eine Abwechslung am Sonnabendnachmittag boten Marion, Simone und Rabea als die „Prosecco Pearls“ mit ihren orientalischen Tanzvorführungen auf der Terrasse vor dem Kaisersaal. Weitere Blicke zogen mehrere Walk Acts auf sich.

Das sonnige Herbstwetter war Garant für entspannte Atmosphäre. Stöbern, begutachten, kaufen – für jeden war etwas dabei. Ob Nützliches fürs Heim aus Holz oder Keramik oder etwas Schönes für die Terrasse oder den Garten – selbst Gourmets kamen auf ihre Kosten und konnten sich mit französischer Salami oder Süßes für den Frühstückstisch eindecken.

Wer es kuschelig mochte, hatte Decken und Kissen im Visier, und für die kältere Jahreszeit standen diverse Textilien und Hüte im Angebot. Leider fehlten das angekündigte Karussell sowie das Bungeetrampolin.

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