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Holz-Analyse soll Ursache für Beschädigungen zeigen

Heinerich muss ins Labor

Springe. Die Ursache für die Beschädigungen am Heinerich-Wegweiser sollen jetzt von Fachleuten ermittelt werden: Das kaputte Holz kommt zur Analyse in ein Labor. Unterdessen laufen die Reparaturarbeiten am verhüllten Denkmal. Die Kosten will die Stadt unter 10 000 Euro halten.

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VON CHRISTIAN ZETT

Es riecht nach Terpentin, sobald man unter die große weiße Plane am Alten Rathaus schlüpft. Der strenge Duft kommt aus der zweiten Etage des Gerüstbaus: Die historischen Wegweiser in Richtung Bahnhof oder Köllnischfeld sind bereits grundiert. Im dritten Stock nimmt sich Restaurator Karl-Heinz Fischbeck gerade den Heinerich vor. Tiefe Rillen durchziehen den Körper des hölzernen Nachtwächter-Denkmals – dort, wo Fischbecks Mitarbeiter die Verleimung gelöst hat. Heinerich soll hier generalüberholt und wetterfest gemacht werden, die Feuchtigkeit muss draußen bleiben.

Die zerbrochene Mütze und die Schultern des hölzernen Wahrzeichens bekommen deshalb nach der Reparatur spezielle gelötete Bleiabdeckungen zum Schutz gegen Regenwasser. Auch der Sockel muss repariert und geschützt werden; er ist an einer Stelle durchgefault. Für Fachmann Fischbeck eine „Überraschung“, wie er sagt: „Eigentlich heißt es, Pilze und Insekten können Robinienholz nichts anhaben.“ Der Sockel soll jetzt neu verfüllt und ebenfalls mit einer Bleiplatte geschützt werden. Um ein Ausbreiten der Fäule in die gesamte Konstruktion zu verhindern, wird das Holz mit speziell eingespritzten Schutzmitteln behandelt.

Das Rätsel, was dem Heinerich und Teilen des gesamten Wegweisers so sehr zugesetzt hat, sollen jetzt die Experten lösen: „Wir entnehmen Proben des entfallenen Holzes“, sagt Fischbeck. In einem Labor soll dann festgestellt werden, welcher der ungefähr 170 bekannten Holz- und Baumpilze den Heinerich befallen hat. Danach wird entschieden, wie es weitergeht. Fischbeck hatte von Anfang an Sporen von der benachbarten Eiche im Verdacht.

Parallel läuft die Restaurierung weiter. Bis zu drei Wochen, schätzt Fischbeck, bleibt der Heinerich noch verhüllt. In dieser Zeit stecken er und sein Mitarbeiter gut 140 Arbeitsstunden in den Wegweiser. Fischbeck lobt die Gerüstkonstruktion eines heimischen Unternehmens: „Wir sind hier gut abgedeckt und geschützt, haben aber auch genug Platz, um hier an einem kleinen Tisch unsere Kaffeepause zu machen.

Inklusive der Reparatur, der Laborproben und des Gerüsts kosten die Arbeiten am Denkmal knapp 10 000 Euro. Die Stadt will diese Summe nach Angaben von Fachdienstleiter Reinhard Borchardt unterschreiten. Das Geld kommt aus dem Bau-Etat der Stadt.

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