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Heiligabend ist das Singspiel in St. Andreas übervoll

SPRINGE.. „Das ist das Schlimmste, was uns passieren kann, dass wir die Leute am Heiligabend wegschicken müssen“, sagt Pastor Klaus Fröhlich von der St.-Andreas-Gemeinde in Springe.

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Katharina Weißling Redakteurin zur Autorenseite

Zu sehr erinnere das an Maria und Josef, die vor mehr als 2000 Jahren erfolglos von Tür zu Tür zogen, bis sie schließlich im Stall von Betlehem Unterschlupf fanden. „Im besten Fall quittieren die Leute es mit einem Lächeln und ändern ihre Pläne, wenn die Kirche voll ist. Im schlechtesten Fall sind sie richtig sauer und das verstehe ich auch“, spricht Fröhlich aus Erfahrung.

Denn ebendiese Weihnachtsgeschichte zelebriert die St.-Andreas-Gemeinde Jahr für Jahr auf besondere Art und Weise mit einem Singspiel. Barbara Waltsgott hatte diese Tradition vor mehr als 25 Jahren aus ihrer erzgebirgischen Heimat mit nach Springe gebracht. Seither haben so viele Inszenierungen begeistert, dass der einstige Geheimtipp inzwischen hoffnungslos überlaufen ist. „Das ist sensationell und die Leute rennen uns zu Recht die Bude ein“, freut sich Fröhlich über dieses Alleinstellungsmal – einerseits. Andererseits sind die Kapazitäten von Kirche und Laienschauspielern räumlich wie zeitlich klar begrenzt.

Umso dringlicher sucht die Gemeinde Wege aus dem Dilemma. „Wir brauchen allein schon freie Wege, damit die Schauspieler sich bewegen können“, erklärt Fröhlich, warum ab einer gewissen Personenzahl Schluss sein muss.

Die Hoffnungen der Gemeinde ruhen nun auf ihrem großen Gottesdienst-Angebot am Heiligabend. Es sind sechs an der Zahl. Dabei habe jeder seinen eigenen Reiz und Zauber, betont Fröhlich und appelliert an alle Besucher: „Prüfen Sie, wonach sie sich am meisten sehnen und überwinden Sie im Zweifel lieb gewonnene Gewohnheiten.“ Vielen Älteren sei die Christmette um 23 Uhr zwar eigentlich schon zu spät. „Aber wer sie verlässt, tut das in der Regel mit einem schönen, weihnachtlichen Gefühl“, beobachtet er: „In der Christmette kommt man zur Ruhe“. Alles andere als ruhig ist dagegen der erste Gottesdienst am 24. Dezember um 10 Uhr in St. Andreas. Der Klitzekleine Sonntag von gerade mal einer halben Stunde ist für die Kleinsten und ihre Familien gedacht. Ob aufgedreht oder müde, quirlig oder gemütlich ratzend – hier finden alle ihren Platz.

Um 11 Uhr dann eröffnet Pastor Fröhlich den Gottesdienst zum 4. Advent als besinnlichen Gegenpol zum betriebsamen Vorweihnachtsstress. Ein besonderes Ereignis, das nur alle sieben Jahre möglich ist, wenn der Heiligabend auf einen Sonntag fällt.

Um 14.30 Uhr dann lockt das erste Krippenspiel für Familien mit Kindern unter sechs Jahren. Die können sich gleich zu Beginn als Hirte oder Engel verkleiden und mit den Kindern des Quilisma-Kinderchores das Geschehen an der Krippe verfolgen. Der Gottesdienst mit dem großen Singspiel beginnt um 16.30 Uhr. Voll wird es dabei so oder so. „Da hilft es auch nicht, schon eine Stunde vorher da zu sein“, betont Fröhlich und wünscht sich insgeheim eine größere Kirche. Die Christvesper beginnt um 18 Uhr unter der Leitung von Pastor Eckhard Lukow. „Wer nicht unbedingt wegen des Singspiels kommt, dem lege ich diese besinnliche Messe nahe“, sagt Fröhlich. Um 23 Uhr feiert Superintendent i.R. Christian Klatt die klassische Christmette, bei der dann nur noch das „O Du Fröhliche“ zum Weihnachtsfest fehlt.

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