weather-image
13°
Gespräche im Rathaus / Fraktionen warten auf städtisches Konzept / Grüne erwägen Sanierungen

Hallen-Neubau: Rat entscheidet im Dezember

Springe (ric/zett). Auch nach dem „Hallen-Gipfel“ zwischen Verwaltung und Handballfreunden hält Bürgermeister Jörg-Roger Hische an seinem Plan fest, die Versicherungs-Millionen der Bisonhalle in den maroden städtischen Haushalt zu stecken. Der Rat soll am 15. Dezember entscheiden, wie es weitergeht.

270_008_4933901_bau_bison1.jpg

Gestern Morgen war eine Abordnung des Sportvereins zu Hische ins Rathaus zum Gespräch gekommen. Man habe sich sachlich und ruhig ausgetauscht: „Es ist noch keine Entscheidung gefallen“, so der Bürgermeister. Er habe noch einmal die Situation der Stadt erläutert – und deutlich gemacht: „Die Politik hat wie immer das Sagen.“

Das ist auch SPD-Fraktionschefin Katrin Kreipe wichtig: „Die Entscheidung obliegt nicht dem Bürgermeister“, sagt sie. Hische hatte auf Anfrage der NDZ erklärt, die Stadtverwaltung sei gegen einen Wiederaufbau. Angesichts der desolaten Haushaltslage sei ein solch kostspieliges Vorhaben dem Bürger nicht vermittelbar. Die Versicherungssumme von 1,7 Millionen Euro solle stattdessen zur Schuldentilgung eingesetzt werden.

„Ich war überrascht über diese Äußerungen“, so Kreipe. Ob und in welcher Art und Weise eine Halle neu gebaut werden soll, habe der Rat zu entscheiden. „Und das sollte man ihm auch zubilligen.“ Die SPD-Fraktion suche zunächst am Montag das Gespräch mit der Vereinsspitze des bisherigen Hallenpächters SC Bison Calenberg und warte dann auf konkrete Vorschläge der Stadt, was mit dem Geld passieren soll, sagte Kreipe gestern.

Für die Sozialdemokraten ist das Thema eng mit einem Sportstättennutzungskonzept verbunden. „Es mag sein, dass die Kapazitäten im Moment für den Schulsport reichen – keinesfalls aber für Veranstaltungen“, meint Kreipe.

Vorsichtig agiert die CDU. Der designierte Fraktionschef Wilfred Nikolay sagte, man müsse die Situation unbedingt zusammen mit dem Gesamthaushalt betrachten. Festlegen wolle er sich so lange nicht, bis Absprachen zur Konsolidierung getroffen werden könnten. „Grundsätzlich sagen wir natürlich ja zum Sparen – aber das muss ins Konzept passen.“ Für ihn sei es durchaus vorstellbar, dass Sponsoren beim Bau einer Mehrzweckhalle mithelfen, so Nikolay. Es sei auch verständlich, dass der SC Bison und die Handballfreunde eine einseitige Sicht auf die Dinge hätten – „ihre Interessen müssen abgewogen werden“. Hische attackiert der CDU-Fraktionschef nicht: „Seine Aussage ist nicht dramatisch, es ist die Meinung von einem von 37 Ratsmitgliedern.“

Elke Thielmann-Dittert (Grüne) sagt: „Die Verwaltung hat ihre Meinung – und sie hat das Recht, sie öffentlich kundzutun.“ Schon direkt nach dem Brand im Sommer habe ihre Fraktion über einen möglichen Neubau gesprochen. „Aber uns fehlen noch immer Fakten.“ Es gelte nun zu prüfen, ob ein Verzicht auf die Sportstätte möglich ist. „Vielleicht sollten wir das Geld lieber in eine vorhandene Halle stecken.“

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare