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TTC Springe streicht Sommerferienprogramm zusammen / Stadt: Politik ist in der Verantwortung

Hallengebühr: Vereine ziehen Konsequenzen

Springe (zett/ric). Mit dem Beginn der Sommerferien rückt ein Dauerthema für viele Springer Vereine wieder in den Fokus: die drohende Sportstättennutzungsgebühr. Denn weil sich die Politik immer noch nicht auf ein Vorgehen geeinigt hat, gilt weiter ein Ratsbeschluss aus dem Dezember. Und der lautet: In den Ferien wird gezahlt.


Mit dem TTC Springe hat deswegen jetzt der erste Verein Konsequenzen gezogen. Die Organisatoren schränken ihr Ferienprogramm in der Sporthalle Nord stark ein und streichen das Schüler- und Jugendtraining in dieser Zeit komplett.

Fünf Euro pro Stunde pro Hallenteil kassiert die Stadt seit Januar. „Unser Programm hätte einen Betrag von 750 Euro für die Sommerferien bedeutet. Das können wir nicht aufbringen“, sagt TTC-Vorstandsmitglied Klaus Smollich.

Es sei dem Verein „trotz wochenlanger Bemühungen“ nicht gelungen, die Stadt davon zu überzeugen, das „seit Jahrzehnten problemlos praktizierte“ Ferienmodell bestehen zu lassen“, klagt Smollich. Er äußerte Unverständnis darüber, dass die Halle auch während der Sommerferien nur noch mit dem vollen Service – Reinigung, Heizung, warme Duschen – zu nutzen sei. Gabriele Tegtmeyer vom städtischen Fachdienst Sport gab den Schwarzen Peter gestern an die Politik weiter: Sie müsse sich an den Ratsbeschluss halten, solange die Politik das Thema nicht wieder berate. Das hätten sowohl sie als auch Bürgermeister Jörg-Roger Hische dem TTC-Vorstand in persönlichen Gesprächen mitgeteilt: „Ich verstehe das Problem – aber uns sind hier die Hände gebunden“, sagte Tegtmeyer.

Auch bei den Handballfreunden werden diese Ferien ruhig, denn: Trainiert wird nur bei den Damen und Herren: „Der Jugendbereich muss sich auf vier Wochen Pause einrichten, das betrifft auch die Breitensportteams“, kündigt Jens Buchmeier an. Rund 20 000 Euro müsste der Verein pro Jahr zahlen, rechnet der stellvertretende Vorsitzende vor, würden die HF wie bislang die städtische Halle nutzen. Einsparpotenzial müsste anderweitig gesucht werden – etwa, indem Bewegungsmelder angebracht werden. „Damit nicht rund um die Uhr überall das Licht brennt.“

Der TTC bietet jetzt nur noch Badminton und Tischtennis für alle Altersgruppen am Montag und Donnerstag von 19 bis 21 Uhr an.

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