weather-image
19°

Güterverkehr soll kräftig zunehmen

SPRINGE/BENNIGSEN. Viel Geduld müssen Autofahrer wohl bald an den Bahnschranken im Springer Stadtgebiet aufbringen. Im September und Oktober wird die Bahnstrecke der S 5 und S 51 zu einer Umleitungsstrecke für den Güterverkehr in Nord-Süd-Richtung.

An häufig geschlossene Bahnschranken auf der L 460 durch Bennigsen werden sich Verkehrsteilnehmer und Anwohner in der kommenden Wochen gewöhnen müssen. Foto: Brinkmann-Thies

Autor:

Anne Brinkmann-Thies

Gleis-Baumaßnahmen nördlich von Göttingen führen demnach zu den Behinderungen. Vom 1. September bis 30. Oktober werden zwischen Nordstemmen und Rosdorf – das ist die Strecke Hannover-Göttingen – insgesamt mehr als zwanzig Kilometer Gleise sowie elf Weichen erneuert, teilte ein Pressesprecher der Deutschen Bahn mit. „Diese umfangreichen Arbeiten führen zu einer erheblichen Einschränkung der Streckenkapazität. Unter anderem werden auch Güterzüge über Hannover und Paderborn umgeleitet – je nach Wochentag zwischen 50 und 100 Züge“, so der Sprecher weiter.

„Dann ist bei uns jede Menge los“, sagt auch Herzig. Zu bestimmten Zeiten müsse dann mit bis zu zwölf Zügen pro Stunde gerechnet werden – damit sei zugleich die maximale Belastungsgrenze erreicht. Zu den vier Mal pro Stunde fahrenden Zügen der Linie S 5 sowohl in Richtung Hannover als auch in Richtung Paderborn kämen dann noch einmal acht Güterzüge hinzu, erklärt der Sozialdemokrat.

Entfallen würden in dieser Zeit die Sprinter der Linie S 51. „Die passen dann einfach nicht mehr dazwischen“, sagt der Bennigser zu der kommenden Verkehrsdichte auf den Schienen.

Im Ortsrat Bennigsen hat Herzig nun den Vorschlag geäußert, die Rettungs- und Einsatzfahrzeuge, die auf der Ortsdurchfahrt durch den Süllbergort unterwegs sind, über die zu erwartenden Behinderungen vorab zu informieren. Denn die Regelung von Rettungskräften, innerhalb von 15 Minuten ihr Ziel zu erreichen, könnte durch die häufig geschlossenen Bahnschranken dann möglicherweise nicht mehr realisiert werden. Herzig schlägt außerdem vor, die Einsatzfahrzeuge, die aus Richtung Osten kommen, über den Meierhofweg und die dortige Eisenbahnbrücke umzuleiten.

Schwieriger werde es, wenn Bennigsen in West-Ost-Richtung vom Steinkrug kommend passiert werden müsse. Dann wäre eine Umfahrung der Bahnschranken über die Sebastian-Kneipp-Straße und dann auf die Kreisstraße nach Lüdersen nur dann möglich, wenn der Realverband Bennigsen eine Schranke im Wirtschaftsweg öffnen würde.

Die Stadt Springe sei über die erhöhte Frequenz an Güterverkehr nicht informiert worden, erklärte der stellvertretende Fachdienstleiter Karsten Kohlmeyer. Dazu sei die Bahn allerdings auch nicht verpflichtet.

Dass der Güterverkehr in den kommenden Jahren generell zunehmen werde, darauf weist Detlev Herzig in diesem Zusammenhang hin. Das sei verkehrspolitisch auch so gewollt. Durch die Umrüstung auf die sogenannten Flüsterbremsen nähme die Lärmbelastung jedoch ab. „Generell ist unsere Strecke nicht als Güterstrecke geplant“, sagt er. Sie sei jedoch eine Umleitungsstrecke in Nord-Süd-Richtung zwischen dem Ruhrgebiet und Berlin.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare