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Springe steht im Regionsvergleich weit oben / Schlechte Nachfrage – aber auch gezielte Maßnahme

Günstiger bauen kann man nur in Uetze

Springe (zett). Am Großen Graben will so recht niemand, in Bennigsen bewegt sich auch nichts und der Deisterkessel ist umstritten: In Sachen Bauland herrscht momentan Stillstand in Springe. Dabei gehen in der Deisterstadt die Baugrundstücke so günstig weg wie kaum irgendwo in der Umgebung.


Das geht aus einer Statistik der Region Hannover hervor. Demnach liegt Springe im regionsweiten Vergleich auf Platz 2 – denn hier kostet ein bereits erschlossenes Baugrundstück 99 Euro pro Quadratmeter. Günstiger ist es nur in Uetze, einer Gemeinde ganz im Osten der Region. Dort gehen die Bauplätze schon für durchschnittlich 77 Euro weg.

Doch die Medaille des niedrigen Baupreises hat zwei Seiten, wie Fachbereichsleiter Hermann Aden weiß: „Die Marktpreise ergeben sich auch hier durch Angebot und Nachfrage.“ Letztere sei nun einmal momentan in Springe „nicht besonders hoch“.

Doch die Stadt habe auch, erinnert Aden, ganz gezielt Wert darauf gelegt, die Preise niedrig zu halten: „Das ist über Jahre hinweg unser Wettbewerbsvorteil. Eine Entwicklung nach oben war nicht gewollt.“

In neueren Baugebieten in Völksen und Eldagsen sei es sogar gelungen, unter dem Mittelwert von 99 Euro zu bleiben – und auch am Großen Graben in der Kernstadt gibt es entsprechend günstigere Grundstücke. „Die Spreizung zwischen Kernstadt und Umgebung ist natürlich auch da“, erklärt Aden. So seien im Ortsteil Springe teilweise Flächenpreise von bis zu 150 Euro pro Quadratmeter möglich – „in den kleineren Orten sind es dann manchmal auch nur 60 Euro“, so Aden.

Der Durchschnitt aller 21 Städte und Gemeinden liegt bei 130 Euro. Am teuersten ist – wenig überraschend – die Landeshauptstadt Hannover. Hier müssen Bauwillige im Schnitt 247 Euro für einen Quadratmeter Land hinlegen. Doch auch wer in Springes unmittelbarer Umgebung sein „Häusle baue“ will, muss in die Tasche greifen: In Wennigsen etwa 112 Euro tief, in Barsinghausen 121, in Pattensen gar 146 Euro. Teuerste Nachbarstadt ist Hemmingen mit 167 Euro.

Und wo wird als nächstes gebaut? Aden hält sich bedeckt: „Wir sind kräftig am Arbeiten und stellen etwas vor, wenn es soweit ist.“ Das gelte auch für Bennigsen, das schon lange auf geeignete Baugebiete hofft. Hier zählt für den Fachbereichleiter aber auch das Seniorenwohn-Projekt der Arbeiterwohlfahrt (NDZ berichtete): „Das ist auch Wohnbaunutzung, auch eine Maßnahme, an der wir arbeiten.“

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