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Grundschule Bennigsen und IGS: Die Frage nach Alternativen

BENNIGSEN. 11,8 Millionen Euro soll die Grundschule Bennigsen kosten. Während der Vorstellung der Pläne ging ein Raunen durch die Reihen, als die Zahlen genannt wurden. „Vergleicht man das Vorhaben mit ähnlichen Projekten, stellt man fest, dass Bennigsen ganz schön teuer ist“, sagt Ratsherr Matthias Lenz (FDP).

Einige millionenschwere Projekte stehen auf der Liste der Verwaltung – auch die Grundschule Bennigsen. FOTO: ARCHIV/MISCHER
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Saskia Helmbrecht Redakteurin zur Autorenseite

Werden jetzt doch noch Alternativen geprüft?

„Eine Alternativplanung wäre schon gut, gerade bei diesen großen Projekten“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Bastian Reinhardt. Aber: „Klar hat uns die Kostenexplosion geärgert. Wir wollen aber auf keinen Fall einen Verzug haben.“ Zwar müsse der Zeitplan „im Auge behalten werden“, das gesamte Konzept solle aber jetzt nicht verschoben und das Projekt ausgebremst werden, sagt Reinhardt. Und seine Meinung zum Großprojekt Integrierte Gesamtschule sei ebenfalls klar: „Da sehen wir überhaupt gar keine Alternative, das muss so gemacht werden.“

„Ich habe allerdings den Eindruck, dass hier sehr luxuriös geplant wurde“, bemängelt Lenz und stellt infrage, ob die Grundschule etwa die geplanten Lichtschächte wirklich benötige. Er habe sich über eine ähnliche Grundschule in der Nähe von Osnabrück informiert. Auch dort sei sowohl saniert als auch angebaut worden. „Da hat es sieben Millionen Euro gekostet. Bei uns sind es zwölf Millionen Euro.“ Er nehme lieber eine längere Wartezeit in Kauf statt eine zu teure Planung.

Diesen Eindruck kann Grünen-Ratsfrau Elke Thielmann-Dittert nicht bestätigen. „In Bennigsen sind wir einen klaren Weg gegangen und haben ermittelt, was die Schule braucht.“ Eine Sanierung mit einem Anbau sei schlichtweg für fünf bis sechs Millionen Euro nicht umsetzbar, sagt Thielmann-Dittert. „Das ist vollkommen unrealistisch.“ Auch bei der Stadt widerspricht man Lenz: Im Rathaus heißt es, man wolle nicht die allergünstigste Variante, sondern eine Qualitätsschule.

Seit Jahren laufen die Planungen für die Grundschule Bennigsen: Bereits 2014 wurde das Architekturbüro Nehmann aus Bad Münder mit der Wirtschaftlichkeitsprüfung beauftragt. Fünf Varianten wurden damals vorgestellt, die zwischen fünf und sechs Millionen Euro lagen. Das Ergebnis des damaligen Büros: Ein Neubau sei wirtschaftlicher als eine Sanierung. Detaillierte Planungen hatte es allerdings noch nicht gegeben – der zuständige Fachdienst hatte keine Kostenschätzungen vorgelegt. Dann folgte ein neues europaweites Vergabeverfahren – und damit auch ein neues Architekturbüro, das beauftragt wurde.

Bei der IGS war hingegen bereits im November 2014 die Rede von acht Millionen Euro Kosten. Die Steigerung begründete die Verwaltung mit der zunehmenden Beliebtheit der Schule. Weil mehr Schüler sich für die Einrichtung entschieden, so die Prognose, wachse auch der Raumbedarf. Und: Wenn weitere Kellerräume gebaut und die Außenflächen neu gestaltet werden, könne die Summe auf zehn Millionen Euro steigen, hieß es schon damals.

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