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Wie Matthias Miersch und Maria Flachsbarth gestern in den Alltag zurückfanden

Glückwünsche per SMS

Springe. Tag eins nach der Wahl. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt den beiden alten und neuen Bundestagsabgeordneten nicht. Nach einer kurzen Nacht beginnt der Arbeitstag von Matthias Miersch (SPD) um sieben Uhr morgens mit einer Telefonkonferenz. Zugeschaltet: das Präsidium der Landespartei. Ministerpräsident Stephan Weil gratuliert dem wiedergewählten Wahlkreisabgeordneten. Schulterklopfen per Hörer.

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VON MARC FÜGMANN

Um 8 Uhr die erste leibhaftige Sitzung: Der geschäftsführende Vorstand des SPD-Unterbezirks tritt in der hannoverschen Parteizentrale im Kurt-Schumacher-Haus an der Odeonstraße zusammen. Miersch ist Vorsitzender dieses größen deutschen SPD-Unterbezirks. Danach geht er in sein Büro, um mit Mitarbeitern eine geplante Anzeigenserie vorzubereiten: ein Dankeschön an die Wähler. Anschließend Schreibtischarbeit. Am Nachmittag um 16 Uhr tagt der gesamte Unterbezirksvorstand, um 19 Uhr der Führungszirkel der Landes-SPD. Um 22.31 Uhr nimmt Miersch am Hauptbahnhof den ICE nach Berlin.

Maria Flachsbarth (CDU) startet etwas ruhiger in den Tag, aber nicht später als Miersch, dem sie noch am Vorabend per SMS zum Wahlkreissieg gratuliert hatte. „Ich bin um 6.30 Uhr aufgewacht, konnte nicht mehr schlafen“, berichtet die Unionsabgeordnete. Der Biorhythmus — er war noch auf Wahlkampf getaktet, sagt sie schmunzelnd. Der erste Tag seit langem ohne eine Flut von Terminen: Flachsbarth nutzt ihn zu einem morgendlichen Waldlauf, um den Kopf frei zu bekommen. Erst am Nachmittag um 16 Uhr tagt der CDU-Landesvorstand, dem die Politikerin als stellvertretende Vorsitzende angehört. Im Anschluss daran reist auch sie mit dem Zug in die Bundeshauptstadt. Heute will die Unionsfraktion dort ihre neue Führung wählen.

Dabei dürfte auch die Koalitionsfrage Thema sein. SPD oder Grüne – Flachsbarth hat nach eigenen Worten bei keiner der beiden in Betracht kommenden Parteien grundsätzliche Vorbehalte.

Auch SPD-Mann Miersch kann sich ein Zusammengehen mit der CDU vorstellen. Allerdings dürfe dies nicht noch einmal zulasten seiner Partei gehen wie bei der Großen Koalition in den Jahren 2005 bis 2009. „Diesmal muss am Ende klar sein, dass die SPD sich auch in wesentlichen Punkten durchgesetzt hat“, fordert er. Andernfalls drohe die Partei Schaden zu nehmen.

Mehr zur Wahl auf Seite 8.

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