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Glücksspiel sorgt für Geldsegen

SPRINGE. Am Anfang das Vergnügen, am Ende die Steuer. Insgesamt 72 Glücksspielgeräte tragen in Springe und den Ortsteilen dazu bei, die Stadtkasse aufzubessern. Insgesamt 300 000 Euro Vergnügungssteuer kassierte die Kommune voriges Jahr, sagt Bürgermeister Christian Springfeld auf Anfrage.

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Katharina Weißling Redakteurin zur Autorenseite

Damit haben sich die Vergnügungssteuer-Einnahmen im Vergleich zum Jahr 2008 glatt verdoppelt. Und das, obwohl die Zahl der lizenzierten Spielhallen von neun auf sechs gesunken ist. Auch die Zahl der Geldspielautomaten in Spielhallen und Gaststätten sank von damals 106 auf jetzt 72. Hintergrund des Geldsegens ist eine saftige Besteuerung. Vom Umsatz jedes Automaten (abzüglich der Gewinnausschüttung an die Spieler) gehen inzwischen 20 Prozent direkt an die Stadt. „Wir loten ständig die zulässigen Höchstgrenzen aus“, hatte Kämmerer Gerd-Dieter Walter schon 2013 offen gesagt.

Bürgermeister Springfeld ist das nur Recht: „Wenn wir Glücksspiel in der Stadt schon akzeptieren müssen, halte ich nichts davon, es unnötig attraktiv zu machen“, sagt er.

Stattdessen nutze die Stadt ihre ordnungspolitischen Möglichkeiten, um so viel Gewinn wie möglich abzuschöpfen. Im Vergleich zu anderen Kommunen sei Springe mit seinen Einnahmen in diesem Bereich noch im unteren Ende unterwegs. Andernorts generiere Glücksspiel Millioneneinnahmen.

Ob hinter den Umsätzen aus den Geldspielautomaten eine besonders große Zahl von Spielern steht und was für Einzelschicksale sich dahinter verbergen, bleibt allerdings im Veborgenen oder Gegenstand von Klatsch und Tratsch. Die Sprechstunde der Fachstelle für Sucht und Prävention in Springe ist weit entfernt davon, ausgelastet zu sein. Stand heute ist sie an einem Tag pro Woche besetzt. „Sobald die Nachfrage nach Beratung steigen würde, könnten wir das Angebot sofort wieder ausweiten“, betont Beatrix Friedrich-Werner, die Leiterin der diakonischen Fachstelle für Sucht und Suchtprävention.

Denn allgemein seien Spielsucht und Medienabhängigkeit auf dem Vormarsch mit erheblichen Folgeproblemen in Beziehungen und im Arbeitsleben. In Springe gibt es mittwochs eine allgemeine Sucht-Sprechstunde von 16 bis 17 Uhr. Außerdem finden Einzeltherapien an der Pastor-Schmedes-Straße statt.

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