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Das Umrüsten von 1950 Straßenlaternen kostet die Stadt deutlich weniger als geplant

Gewartet und gespart

Springe. Der Personalmangel bei der Stadt könnte sich in diesem Fall direkt bezahlt machen: Weil der Bauhof die vor knapp einem Jahr beschlossene Umrüstung der Straßenlaternen noch nicht umgesetzt hat, gibt es jetzt eine deutlich günstigere Variante auf dem Markt. Die Kosten für die energetische Sanierung sinken von 400 000 auf 120 000 Euro.

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VON MARITA SCHEFFLER

„Die Dinger sind auf Herz und Nieren geprüft“, stellt Baudirektor Reinhard Schade klar. Die Stadt hat die sogenannten LED-Retrofits in der Salzhaube, am Hallermundtskopf sowie in der Kantstraße probeweise installiert und ist von den Daten überzeugt. Sie sollen in den kommenden vier Jahren in insgesamt 1950 Straßenlaternen in der Kernstadt und den Ortsteilen eingebaut werden.

Die alten Koffer-Leuchten, die noch aus den Zeiten stammen, als die Firma AEG in Springe produzierte, können erhalten bleiben: Lediglich die bisherigen Energiesparbirnen weichen LEDs.

Dieser Trick war bei den politischen Beratungen vor einem Jahr noch nicht denkbar. Damals hieß es, das gesamte Gehäuse müsse für die LEDs ausgetauscht werden. „Die Laternen sehen dann auch moderner aus, die Garantiezeit und die erwartete Lebensdauer sind länger“, hieß es damals. Erstaunlich: Auch die vor einem Jahr gewünschte 400 000-Euro-Investition hätte sich gerechnet. Der Auftrag wäre sehr wahrscheinlich an die Springer Firma „Nordeon“ gegangen, den Nachfolger der AEG beziehungsweise von „Philips“.

Die Stadt habe den für dieses Jahr geplanten Umbau nicht starten können, weil die erforderlichen Mitarbeiter nicht zur Verfügung standen, bedauert der stellvertretende städtische Tiefbauamtsleiter Gerd Gennat. Eher durch Zufall sei er jetzt über eine technische Weiterentwicklung gestolpert: „Es gibt da fast im Monatsabstand neue Lösungen“, sagt Fachbereichsleiter Reinhard Schade.

Die heißt in diesem Fall: Sowohl der Arbeitsaufwand als auch die Umbau- und Anschaffungskosten sinken. Pro Jahr müssen aus dem Haushalt nur 30 000 Euro genommen werden. Die Investition werde sich dadurch bereits nach vier Jahren amortisierten.

Wenn sich die Technik so rasant weiterentwickelt, wäre es dann nicht besser, den Umbau weitere Jahre hinauszuzögern? Gennat verneint. „Dann könnten wir ewig warten“, meint er. Außerdem würde die Stadt sonst auf die Gewinne verzichten, die sie so nach vier Jahren einstreichen kann. Er ist überzeugt: „Was wir jetzt vorhaben, ist die derzeit wirtschaftlichste Version für die Straßenbeleuchtung.“

Einziger Wermutstropfen: Die Firma „Nordeon“ geht leer aus. Darüber habe er das Unternehmen bereits informiert und nach einer Alternative „made in Springe“ gefragt, sagt Gennat. Die gibt es momentan jedoch nicht.

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