weather-image
31°

Geschäftsleute begrüßen Innenstadtpläne

SPRINGE. „Wir gewinnen damit alle“, sagt der Chef des Werbe- und Informationsrings (WIR), Wilko Struckmann, über das geplante Millionenprojekt im Karree zwischen Nordwall, Fünfhausenstraße und Niederntor und bezieht damit klar Stellung. „Das ist der große Wurf, damit wird die Innenstadt wieder belebt.“

In den ehemaligen Spielwarenladen soll vorübergehend das Textilwarengeschäft Konrad Weibke einziehen – bis zum Neubau. Foto: Mischer
hermes

Autor

Sandra Hermes Redakteurin zur Autorenseite

Er sieht in dem von den Investoren Peter Othmer und Dennis Melching geplanten Fachmarktzentrum nur Vorteile.

„Das Kaufverhalten der Kunden hat sich in den letzten Jahrzehnten komplett verändert. Fast jeder wünscht sich Geschäfte, die direkt mit dem Auto erreichbar sind“, sagt er. Umgekehrt wolle auch jeder Händler Parkplätze vor seiner Tür. Beide Seiten müssten dann halt auch damit leben, dass bedingt durch den neuen Großparkplatz in Springe mehr Verkehr anfalle.

Struckmann vergleicht das Fachmarktzentrum mit dem Notarzt, der kommt, um kurz vor Schluss noch das Leben zu retten. „In Wennigsen und Steinhude hat das auch funktioniert. Seitdem dort ähnliche Laden-Komplexe eröffnet haben, leben die Ortschaften wieder“, so Struckmann. Und im Vergleich zu anderen Städten sei Springe von der Vielfalt her sehr gut aufgestellt, „nicht jedes dritte Geschäft ist ein Bäcker“. Gleichzeitig könne man die Deisterstadt nicht mit Hameln oder Hannover vergleichen. „Das kann kein Maßstab sein“, macht der WIR-Chef deutlich.

Positiv wird das Vorhaben auch von Christa Bormann, Inhaberin des Textilgeschäfts Weibke, aufgefasst. Ihr Laden würde abgerissen, wenn das Projekt realisiert wird. „Wir würden vorerst in einen Übergangsstandort umziehen und dann später einen neuen Laden in dem Einkaufszentrum eröffnen“, erklärt sie. Bei der Suche nach einer Zwischenunterkunft erhalte sie auch Unterstützung vom Investor.

Othmer bestätigt: „Das Textilgeschäft Konrad Weibke wandert erst in den ehemaligen Spielzeugladen. Das ist möglich, weil zuerst der neue Gebäudekomplex und danach dann der Parkplatz gebaut wird.“

Etwas verhaltener steht Karin Callegari, Inhaberin der Buchhandlung am Nordwall, dem Projekt direkt vor ihrer Ladentür gegenüber. „Vorab müssen noch so viele Entscheidungen getroffen werden. Ich freue mich erst, wenn es auch wirklich soweit ist.“ Der Leerstand des Sparkassenbaus an der Bahnhofstraße bestätige sie darin, dass die Mühlen in Springe sehr langsam mahlen würden. „Ich bin seit 1984 hier und der Weggang des Rewe-Supermarkts war für die Entwicklung der Innenstadt nicht gut“, sagt Callegari. Sie erhoffe sich durch das Fachmarktzentrum mehr Laufkundschaft. „Zwar wird es für die Anwohner lauter, aber insgesamt wird uns dieser Markt nicht schaden und dem generellen Leerstand in Springe entgegenwirken.“

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare