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Helma Heßner will Zugang erleichtern

Frommer Wunsch: Eine Rampe für das Gotteshaus

Bennigsen (zett). Wer Schwierigkeiten hat, zu gehen oder gar im Rollstuhl sitzt, der hat es schwer, über die Stufen der zwei Eingangstreppen in die Bennigser St.-Martin-Kirche zu kommen. Deshalb kämpft Helma Heßner im Namen des Sozialverbands Bennigsen-Lüdersen seit Jahren für eine behindertengerechte Rampe am Gotteshaus.

Helma Heßner

Für Heßner stellen die Stufen ein großes Hindernis da: „Das ist auch für mich schon schwer, da rauf und runter zu kommen“, sagt sie, „ganz zu schweigen von Rollstuhlfahrern.“ Auch als junger Mensch könne man Probleme bekommen: „Zum Beispiel wenn man sich ein Bein bricht und auf Krücken gehen muss.“

Vorstand: Zu teuer für die Gemeinde

So wandte sich Heßner erstmals im Oktober 2007 an den Kirchenvorstand und bat um die Anbringung einer Rampe an einem der beiden Eingänge. Die Vorsitzende Ilse Hüper antwortete ihr ein paar Wochen später mit einer Absage – der Bau einer Rampe an dieser Stelle sei zu teuer für die Gemeinde und stelle außerdem einen „nicht akzeptablen Einschnitt in den Kirchplatz“ dar.

„Das habe ich auch eingesehen“, sagt Heßner – und machte sich trotzdem weiter Gedanken. Ihr zweiter schriftlicher Vorschlag sah vor, die Rampe stattdessen neben dem benachbarten alten Gutsgebäude entlanglaufen zu lassen und so die Auswirkung auf den Kirchplatz zu senken.

Doch auch diese Variante lehnte der Vorstand ab – jedoch, nicht ohne eine Alternative anzubieten: Betroffene könnten sich wie bisher üblich frühzeitig anmelden und würden dann beim Betreten der Kirche entsprechend Hilfe bekommen, lautete die Antwort.

Für Heßner absolut inakzeptabel: „Das finde ich unerhört.“ Sie habe einmal erlebt wie für einen Rollstuhlfahrer extra Blechschienen auf die Treppe gelegt worden sei: „Da jemanden hochzuschieben, das ist kräftemäßig kaum zu schaffen“, sagt sie, „da braucht man schon Personal.“ Außerdem sei es den Betroffenen dann nicht mehr möglich, spontan die Kirche zu besuchen: „Man kann nicht alles immer planen“, sagt Heßner.

Heßner hat jetzt an den Sozialverband Hannover geschrieben. Auf eine Antwort wartet sie noch, den nächsten Schritt hat sie aber schon geplant: „Dann gehe ich zur Landesbischöfin Margot Käßmann.“

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