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"Fritz-Lange"-Mitarbeiter setzen auf Sozialplan

Völksen. Die Stimmung bei „Fritz Lange“ ist gedrückt: Die angekündigten Entlassungen von 45 Mitarbeitern schweben wie ein Damoklesschwert über der Belegschaft. Der Betriebsrat kündigt an, für die Interessen der Beschäftigten streiten zu wollen.

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Völksen. Die Stimmung an der Südfeldstraße ist gedrückt: Die angekündigten Entlassungen von 45 Mitarbeitern schweben wie ein Damoklesschwert über der Belegschaft. Jeder der 120 Angestellten der Firma „Fritz Lange“ hofft, dass er nicht von einer Kündigung betroffen sein wird. Der Betriebsrat kündigt an, für die Interessen der Beschäftigten streiten zu wollen. Die Sanierungsbemühungen der Geschäftsleitung werden aber ausdrücklich begrüßt.

„Die Nachricht des Stellenabbaus hat uns alle schwer getroffen“, sagt die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Andrea Stöcker. Und der Vorsitzende Hermann Kuhls ergänzt: „Dass praktisch jeder Dritte gehen muss, kam für uns alle überraschend.“ Der Betriebsrat habe eine Woche vor der Bekanntmachung vom geplanten Stellenabbau erfahren.

Nun arbeiten Geschäftsführung und Betriebsrat offenbar gemeinsam an einer Verhandlungsliste. „Für die Leute, die gehen müssen, sind Abfindungen im Gespräch“, sagt Stöcker. Bereits im Vorfeld der Verhandlungen habe man Kontakt mit den Rechtsexperten der Industriegewerkschaft Metall aufgenommen. „Das Ziel der Verhandlungen soll ein Sozialplan sein, der von der Geschäftsführung und vom Betriebsrat unterzeichnet wird“, erklärt Kuhls.

Einen genauen Zeitplan dafür, wann bekannt gegeben wird, welche Kollegen das Unternehmen verlassen müssen, gibt es offenbar noch nicht. Das sorgt für Unsicherheit unter den Angestellten. Eins scheint bereits jetzt festzustehen: „Weil viele Beschäftigte zehn Jahre und länger bei der Firma arbeiten, gelten lange Kündigungsfristen – die werden auf jeden Fall eingehalten“, so die Betriebsrätin.

Wie berichtet, war in der vergangenen Woche bekannt geworden, dass bei dem Schilderhersteller Umstrukturierungen und ein damit verbundener Stellenabbau anstehen. Um die Veränderungen stemmen zu können, müsse man die Personalkosten deutlich senken, sagte Prokurist Thomas Böning.

Für die Betriebsräte ist die Notwendigkeit dieser Maßnahmen unstrittig. „Die Abteilungen werden neu aufgestellt – ich sage den Kollegen immer: Es geht nicht darum, dass den 45 Mitarbeitern gekündigt wird – sondern, dass die übrigen 80 Stellen erhalten bleiben.“

Genau so interpretiert auch Kuhls die Bemühungen der Geschäftsführung: „Der Schildermarkt ist hart umkämpft, da gilt es, konkurrenzfähig zu bleiben.“ Seine Stellvertreterin stellt heraus, dass sich die Firma keinesfalls in finanziellen Schwierigkeiten befinde. „Es geht darum, dass die Firma wieder konkurrenzfähig wird und wieder neu wachsen kann. Auch bei den Arbeitsplätzen.“

Das Familienunternehmen wurde 1933 von Fritz Lange gegründet und ist seit dem Jahr 1955 in Völksen angesiedelt. Geschäftsführer ist Volker Lange.

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