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Viel los im Ortsrat Bennigsen: Figuth gibt sich reumütig, Rieck warnt vor dem Feuerteufel

Frische Straße und öffentliche Entschuldigung

Bennigsen (ric). Endlich: Nach der langen Zeit der Um- und Schleichwege zwischen Bennigsen und Lüdersen ist die Straße wieder freigegeben. Eine offizielle Einweihung der sanierten Lüderser Straße hat es noch nicht gegeben und wird es vielleicht auch nicht: „Wir sind froh, dass es endlich geschafft ist“, macht Bennigsens Ortsbürgermeister Hartmut Rieck keinen Hehl aus seiner Erleichterung. Einziger Wermutstropfen: An der großen Kreuzung wird es wohl keine Lichtzeichenanlage geben. „Zwar liegen die Rohre für eine Ampel in der Erde – doch das Land hat kein Geld.“ Es seien ja noch nicht einmal Mittel vorhanden, um existierende Ampeln ausreichend zu warten, so Rieck.

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Der Christdemokrat sagt – wie schon in der NDZ berichtet –, dass in den kommenden Tagen 24 Bäume am Straßenrand angepflanzt werden und sich die Anlieger nach Möglichkeit als Beetpaten engagieren und vielleicht Bodendecker anbringen sollen. Gesprochen wird über die frühere Sitzbank, die nach Ansicht von Dieter Figuth (SPD) wieder an die alte Stelle sollte. Allerdings: Der Grundstückseigentümer hat mit der Firma Windwärts vereinbart, die Fläche eben zu lassen, um auch in Zukunft zu Wartungsarbeiten mit großen Lkw die Windräder erreichen zu können.

Die Kraft der Luft: Mit der vollbrachten Errichtung der Windräder sechs, sieben und acht haben die Bennigser erst mal genug von bis zu 150 Meter hohen Anlagen auf den Feldern vor ihren Haustüren: „Jetzt sind andere im Stadtgebiet dran“, meint Figuth. Rieck spricht zudem das Problem der „Lichtbelästigung“ an. Allerdings sei die sogenannte Befeuerung der Masten mit blinkenden Warnlichtern eine Vorgabe der Luftfahrt. Der Ortsrat ist sich einig: Wenn es schon blinken muss, dann wenigstens bei allen Anlagen gleichzeitig. Die Firma Windwärts soll Nachregulierungen angekündigt haben. Rieck macht aber auch deutlich: „Wer weg will von fossilen Brennstoffen und Atomkraft, der muss solche Anlagen dulden.“

Der Freibadstreit: Drei Schreiben des Anwalts hat Figuth bereits gesammelt, am Mittwochabend überwindet sich der Sozialdemokrat dann wie von den Eldagsern gefordert und entschuldigt sich namentlich bei Helmuth Meisiek, Wilfried Baxmann und Wolfram Feuerhake dafür, dass er ihnen unterstellt hatte, im Freibad der Gehlenbachstadt eine „schwarze Kasse“ zu führen. „Ich widerrufe diese Aussage“, so Figuth. Dass das Thema dennoch für ihn längst nicht vom Tisch ist, macht er gleichwohl klar. „Da stimmt was nicht.“ Figuth kritisiert die mangelnde Unterstützung der Stadt, jetzt überlegt er, einen Prüfauftrag zu stellen. Figuth soll nach seinen Worten im vorangehenden Ortsrat eine Erklärung unterzeichnet haben, die Behauptung der „schwarzen Kasse“ zukünftig zu unterlassen.

Der Zuschuss: Noch einmal Wasser und Geld – der Ortsrat beschließt auf Anregung von Volker Gniesmer (SPD) einstimmig, dem WSV 1200 Euro aus Verfügungsmitteln bereitzustellen. Der Verein betreibt das Lehrbecken im Ort und bringt Schülern das Schwimmen bei.

Das Altenheim: Anders als vorgesehen hat die Arbeiterwohlfahrt Wohnen und Pflege GmbH ihre überarbeiteten Pläne wegen Erkrankung der Geschäftsführerin nicht präsentiert – das soll auf der nächsten Sitzung nachgeholt werden, sagt Rieck, der wie schon im Bauausschuss die mutige Architektur des ebenerdigen und barrierefreien Gebäudes lobt. „Es wäre ein Glücksfall, wenn die Zuckerfabrik wegkäme“, sagt Figuth. Gniesmer ergänzt, er begrüße das Konzept, alte und pflegebedürftige Bennigser am Ort betreuen zu können. Rieck erinnert bei der Standortfrage an die Befürchtungen Hermann Jaspers‘, der auf dem Gelände eine Firma betreibt. Dessen Einwände seien durchaus berechtigt.

Das Regenbecken: Die Stadt Springe wird nach Rücksprache mit dem Kommunalen Schadensausgleich, der auch Verkehrssicherungsmaßnahmen prüft – darauf verzichten, die neuen Regenrückhaltebecken einzuzäunen. Dies sei nicht erforderlich, teilt Ortsratsbetreuer Jürgen Merbt mit.

Die Kanalisation: In diesem und dem kommenden Jahr werden in Bennigsen weitere Teile der Kanalisation modernisiert. In diesem Jahr soll es an der Süllbergstraße losgehen, in 2012 im Bereich Zur Schille bis Am Goldenen Acker 18. Anschließend sind der Dahlien- und Fliederweg an der Reihe.

Der Feuerteufel: Wie angekündigt, ruft Ortsbürgermeister Rieck seine Mitbürger dazu auf, aufmerksam zu sein und verdächtige Beobachtungen in Bezug auf den Serienbrandstifter zu melden. „Wer immer der Pyromane ist, auf ihn kommen hohe Schadensersatzforderungen zu“, warnt Rieck und erinnert an den tagelangen Einsatz der Telekom-Techniker, der erforderlich wurde, nachdem ein entzündeter Papiercontainer auf einen Verteilerkasten übergegriffen hatte.

Der Mühlenstreit: Der Ortsrat hat in Absprache mit seinem Anwalt entschieden: Die Bilder von der Bennigser Mühle sollen auch in Zukunft auf der Internetseite bleiben. Die Besitzerin des historischen Gebäudes, Birgit Schlange, hatte vom Ortsrat verlangt, die Bilder zu löschen und sich stattdessen lieber für die Sanierung der Mühle zu engagieren. „Wie sollen wir das machen?“, fragt Rieck seine Mitstreiter, die zucken nur mit den Schultern. Über geltendes Bau- und Nachbarschaftsrecht könne man sich nicht hinwegsetzen, so der Tenor.

Das Volksfest: Die Megagaudi des Jahres wird ausnahmsweise erst vom 25. bis 28. August stattfinden, kündigt Cheforganisatorin Elke Thielmann-Dittert an. Grund seien Verschiebungen im örtlichen Terminkalender durch das späte Osterfest, sagt die Grünen-Politikerin. Zum Ablauf: Inoffizieller Start ist mit der Disco bei Schwägermann am Freitagabend. Sonnabend stehen dann auf dem Festplatz ein Flohmarkt, eine Kaffeetafel sowie Präsentationen der Vereine an, abends lockt Tanzmusik im Zelt. Sonntag wird nach Gottesdienst und Mittagessen der Festumzug ausgerichtet.

Das Zeitdokument: Von der 1000-Jahr-Feier aus 1980 sind im Springer Stadtarchiv Videoaufzeichnungen aufgetaucht, die Rieck jetzt digitalisieren hat lassen. Gesucht wird nun nach einer geeigneten Form, den Film allen Interessierten zu präsentieren.

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