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Flüchtlingswohnen: Erste Fläche abgesegnet

Springe. Bedenken gibt es etliche. Trotzdem haben der Ortsrat und der Planungsausschuss gestern Abend in einer Sondersitzung dafür gestimmt, das Feld zwischen der IGS, dem Diakoniezentrum und den Kleingärten an der Jägerallee als möglichen Standort für ein bis zwei Flüchtlingswohnhäuser freizugeben.

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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite

Er kenne aktuell keine andere Fläche im Stadtgebiet, die ähnlich gut geeignet sei, erklärte der städtische Baudirektor Reinhard Schade. Ein politisches „Ja“ sei ausdrücklich keine Vorstufe zur Grundsteinlegung: „Derzeit reden wir nur über eine weitere Überprüfung.“ Allein im Planungsausschuss werde das Thema noch mindestens zweimal auf den Tisch kommen, dann im Stadtrat. Schade: „Sie haben es weiterhin in der Hand, was da passiert.“

Die Grünen gaben schon während der Diskussion als Einzige ein klares Bekenntnis zu der Fläche. Eine Flüchtlings-Großunterkunft in einem bestehenden Wohngebiet sei das Beste, um eine Gettoisierung zu vermeiden, meinte Uwe Mügge. Ihn störe, dass sich einige Politiker vor einer Entscheidung drücken würden: „Ich höre immer wieder heraus: ,Ja, wir müssen etwas machen – aber bitte nicht vor meiner Haustür!’“

Sozialdemokrat René Bennecke forderte von der Verwaltung eine Liste mit allen städtischen Grundstücken an, die für eine Wohnbebauung infrage kommen. Nur mit dem Wissen sei es möglich, die Suche auch auf die Ortsteile auszudehnen.

Christdemokrat Ulrich Kalinowski hakte nach, ob sich ein Flüchtlings-Wohnblock und ein eventuell direkt angrenzendes – und sehnlichst gewünschtes – Neubaugebiet konterkarieren würden. „Würde das den Wert der benachbarten Häuser hinabsetzen?“ Bauchef Schade verneinte. Er plane mit einem hochwertigen Gebäude, „wie wir es in der Kernstadt und den Ortsteilen an zahllosen Stellen haben“.

Für einige Zuhörer blieb unklar, warum das Feld plötzlich bebaut werden kann, was die Stadt vor eineinhalb Jahren noch mit Hinweis auf den Schullärm ablehnte. Laut Schade gibt es neue Gutachten, die lediglich „für das Ohr nicht hörbare“ Überschreitungen festgestellt haben. Diese Ausreißer könnten unproblematisch im B-Plan abgesichert werden.

Nicht weiter diskutiert wurde, ob die Wiese am Kalkwerk – schräg gegenüber vom Lidl – ebenfalls für ein Flüchtlingshaus geeignet wäre. Der Ortsrat hatte sich zwar dagegen ausgesprochen, die Stadt aber angekündigt, sich jetzt an den Verwaltungsausschuss zu wenden.

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