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Flüchtlingsunterkunft auf dem Festplatz?

Springe. Unter den fünf Flächen, die die Stadt der Region für den Bau von Flüchtlingsunterkünften angeboten hat, ist offenbar auch der Festplatz an der Harmsmühlenstraße. Bis gestern lagen der Stadt noch keine Ergebnisse vor.

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VON CHRISTIAN ZETT

Springe. Unter den fünf Flächen, die die Stadt der Region für den Bau von Flüchtlingsunterkünften angeboten hat, ist offenbar auch der Festplatz an der Harmsmühlenstraße. Ob sich dieser und vier weitere Optionen für die Pläne der Region eignen, prüft in deren Auftrag ein Architekt. Bis gestern lagen der Stadt noch keine Ergebnisse vor.

Rathauschef Gerd-Dieter Walter wollte auf Anfrage der NDZ zwar nicht bestätigen, dass sich der Festplatz unter den möglichen Standorten befindet – diesen Umstand aber auch nicht dementieren. Im Gegensatz zum Eldagsener Schützenplatz: Dieser sei ganz klar nicht Teil der Planungen. In Eldagsen hat die Stadt offenbar Flächen im Gewerbegebiet vorgeschlagen. Bereits berichtet hatte die NDZ außerdem über das Gelände an der bestehenden Unterkunft Im Reite.

Zu möglichen Konsequenzen einer Festplatzbebauung in der Kernstadt wollte sich Walter noch nicht äußern: Solange nicht klar sei, welche Flächen überhaupt genutzt würden, wolle man nicht für unnötige Unruhe sorgen. Klar dürfte aber sein: Wenn auf dem Festplatz tatsächlich zeitnah Unterkünfte gebaut werden, könnte es Probleme mit Blick auf das Volks- und Schützenfest geben, das dort im Juni geplant ist.

Dass es schnell gehen soll, steht außer Frage: Die Stadt will in der Sitzung des Planungsausschusses am Dienstag, 23. Februar, die nächsten Weichen stellen. Im Vorfeld hatte Fachbereichsleiter Clemens Gebauer gesagt, er gehe davon aus, dass die Region drei oder vier der Flächen für geeignet halte.

Die Regionsversammlung hat gestern Nachmittag den Segen zu dem Deal gegeben – bei nur zwei Gegenstimmen: Wenn die Städte ihre eigenen baufertigen Grundstücke zur Verfügung stellen, dann baut die Region dort Sammelunterkünfte in Modulbauweise. Sie sollen innerhalb weniger Monate stehen und bis zu 15 Jahre halten. Die Größe der Anlagen hängt von der jeweiligen Fläche ab.

100 Millionen Euro groß ist der Topf, aus dem die Vorhaben bezahlt werden sollen. Mit dem Geld will die Region vor Ort die Probleme lindern, die bei der Unterbringung der Flüchtlinge entstehen. Auch Springe war zuletzt von der Anmietung von Wohnungen abgerückt: Inzwischen nutzt die Stadt über einen externen Betreiber auch das frühere Pflegeheim Roddau an der Hindenburgstraße.

Das Geld für die Vorhaben muss die Region über Kredite finanzieren. Am 1. März soll ein entsprechender Nachtragshaushalt beschlossen werden. Nach den derzeitigen Planungen dürfte es nicht der letzte gewesen sein.

Die Stadt Springe hatte auf die Situation ebenfalls reagiert und neue Sozialarbeiter eingestellt. Auch hier wird voraussichtlich noch mal nachgebessert werden müssen.

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