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Flüchtlinge: Verwaltung reagiert auf deutlichen Rückgang

SPRINGE. Die Stadt reagiert auf die sinkenden Flüchtlingszahlen: Stellen im Rathaus werden wieder abgebaut, Einrichtungen geschlossen, Wohnungen freigegeben und Ausgaben zurückgefahren. Kamen 2015 noch 284 Flüchtlinge in die Stadt, waren es in diesem Jahr bislang 75.

Das frühere Pflegeheim Roddau – heute eine Flüchtlingsunterkunft. Sie sei zu zwei Drittel belegt, sagt die Stadt. FOTO: MISCHER
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

„Das ist in etwa der Wert, den wir zuletzt vor Beginn der Krise hatten“, sagt Herbert Mensing vom städtischen Fachdienst Soziales.

Fachbereichsleiter Clemens Gebauer erklärt, man sei nun in der Lage „eigene Kapazitäten im Sozialamt zurückzufahren“ – sowohl bei der Fallbearbeitung als auch bei der Sozialarbeit. Die Gelegenheit zum Stellenabbau sei günstig, weil absehbar ohnehin ein Kollege das Rathaus verlasse und ein weiterer in den Ruhestand gehe.

69 Wohnungen im gesamten Stadtgebiet hatte die Stadt zwischenzeitlich angemietet, um Flüchtlinge dort unterbringen zu können. Inzwischen seien 27 wieder auf dem Markt. Weil die Region die Kosten trug, spart die Stadt dadurch zwar nicht die Mietkosten: „Trotzdem erhoffen wir uns eine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt, wenn dort wieder mehr verfügbar ist“, so Gebauer.

Nicht nur der Rückgang bei neu registrierten Flüchtlingen hat der Stadt beim Abbau des Wohnungsbestands geholfen – auch die beiden größeren Flüchtlingsunterkünfte im Stadtteil Springe spielen eine Rolle. Die früheren Seniorenheime an der Hindenburgstraße und in den Räumen an der Bähre-Straße seien beide immer noch zu etwa zwei Dritteln ausgelastet, so Mensing. Pläne, diese zu schließen, gebe es daher nicht. Laut Stadt bekommt der private Betreiber pro Jahr etwa 1,8 Millionen Euro – den Großteil des Geldes bekommt Springe aber von der Region erstattet. Die Summe sei ein „Rundum-sorglos-Paket“, sagt Gebauer: Darin enthalten seien alle Personalkosten etwa für Sozialarbeiter und Hausmeister, aber auch Betriebskosten.

Dass sich die Sozialarbeiter dort gezielt um erste Integrationsmaßnahmen kümmern können, hilft der Stadt auch bei einer weiteren perspektivischen Entscheidung: Der Flüchtlingstreff in Eldagsen soll, wo man sich bisher auch um diese Angebote gekümmert hat, soll im September 2018 seine Türen schließen.

Der Sozialausschuss hat dieses Ansinnen von Verwaltung und ehrenamtlichen Helfern jetzt abgesegnet: Demnach steuert die Stadt 10 300 Euro bei, damit die Einrichtung bis zum nächsten Herbst offenbleibt. Davon werden sowohl Miete, Hausmeisterdienste und Betriebskosten als auch eventuelle Nachzahlungen und Rückbaumaßnahmen nach der Schließung gezahlt.

Schon im März wären die Zuweisungen der Region ausgelaufen, mit der der Treff seit April 2016 betrieben wird. Nun sollen dort noch ein Deutschkurs, die Kleiderkammer, Weiterbildungen und Treffs organisiert werden.

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