weather-image
24°

Feuerwehr: Bürgermeister verteidigt Millionen-Investitionen

Nicht jedem passt der Plan der Stadt, in den kommenden Jahren mehrere Millionen Euro auch in kleine Feuerwehrstandorte zu stecken: Zahlreiche Gerätehäuser werden neu gebaut, Fahrzeuge angeschafft. Bürgermeister Christian Springfeld hat dieses Vorgehen am Wochenende verteidigt.

Wo liegen die Helme künftig? Der Standort für eine Feuerwache wird gesucht. Foto: dpa

Autor

Horst Voigtmann Reporter

Natürlich werde auch mit Blick auf den neuen Haushalt darüber diskutiert, ob etwa für so einen kleinen Ortsteil wie Boitzum mit seinen 175 Einwohnern gleich 1 000 000 Euro für ein Feuerwehrhaus ausgegeben werden solle. „Da wird die Frage an mich herangetragen: Muss das denn sein?“, so Springfeld.

Jedoch: Die Größe des Ortes, so der Bürgermeister, sei nicht entscheidend, wenn es um den Brandschutz gehe. Gelegentlich werde auch sein enger Kontakt zu den Feuerwehren kritisiert, wenn es dort gleichzeitig um die finanzielle Ausstattung gehe. Da fielen dann Bemerkungen wie „Wenn man den Teich austrocknen will, darf man die Frösche nicht fragen!“, so Springfeld. Er bleibe jedoch dabei, dass er bei anstehenden Veränderungen auch den fachlichen Rat der Feuerwehr brauche.

Die Kernstadt-Abteilung der Feuerwehr erlebte der Bürgermeister gut aufgestellt: 181 Feuerwehrleute sind dort Mitglied. 80 von ihnen spielen allein im Musikzug. Ortsbrandmeister Florian Doege blickte für das vergangene Jahr auf 54 Brandeinsätze und 52 Hilfeleistungen zurück. Auch die Nachbarn habe man unterstützt – bis hin nach Bad Münder. Dabei habe sich wieder einmal die gute Zusammenarbeit zwischen technischem Hilfswerk, Polizei und Ortswehr gezeigt, so Doege zufrieden.

Er sprach auch das Thema Osterfeuer an: Hier hatte sich die Feuerwehr nach Jahrzehnten als Ausrichter zurückgezogen und dabei auch auf den hohen Aufwand verwiesen. Wie berichtet übernimmt nun ein Event-Unternehmen aus Eldagsen die Traditionsveranstaltung – im ersten Jahr noch auf eigene Rechnung. Ein so großes Feuer ohne Begleitung der Feuerwehr? Schwer vorstellbar. Der Ortsbrandmeister kündigte an: „Wenn die Stadtverwaltung eine Brandsicherheitswache anordnet, werden wir natürlich tätig.“

Doege verwies nicht nur auf das Personal – sondern auch auf dessen Kenntnisse: Mit Ausbildungsdiensten, Lehrgängen und Fortbildungen an der Niedersächsischen Akademie für Brand und Katastrophenschutz hätten sich zahlreiche aktive Feuerwehrleute in vielen Stunden zusätzliche Kompetenz für ihre ehrenamtliche Arbeit erworben.

Stolz ist die Springer Feuerwehr auch auf den Förderverein, der im vergangenen Jahr die Anschaffung eines Mannschafts-Transportwagens zum Preise von 34 000 Euro ermöglicht habe.

Und die Kameraden aus der Kernstadt sind zufrieden mit der Nachwuchsarbeit: Zur Jugendfeuerwehr gehören momentan 24 Jungen und sechs Mädchen im Alter von zehn bis 16 Jahren. Jugendwart Sebastian Tschölpe sucht weiter Verstärkung – weiß aber auch, dass „die Feuerwehr mit ihrem Angebot in Konkurrenz zu anderen Organisationen steht“. Ein Weg, Nachwuchs zu gewinnen, sei die Beteiligung an der Ferienpassaktion der Stadt, bei der Jugendliche in den Sommerferien auch die Arbeit der Feuerwehr kennenlernen können. Zuletzt seien dadurch vier neue Mitglieder hinzugekommen.

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare