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Wieder Brandstiftung in Bennigsen: Gartenlaube in der Kolonie Herbst steht in Flammen

Feuerteufel schlägt mitten am Tag zu

Bennigsen (ric). Alarm in der Kolonie Herbst am Sportplatz: Gestern Nachmittag steht eine Gartenlaube lichterloh in Flammen – die nächste Untat des Bennigser Feuerteufels?

Ein Atemschutzträger löscht die verkohlten Reste der Gartenlaube mit Schaum. Die Polizei geht davon aus, dass auch dieser Brand

Schockiert nähert sich die Inhaberin des Laubengrundstücks den verkohlten Resten ihres kleinen Sommerdomizils. Dort, wo sie sonst mit Familie und Freunden gemütliche Stunden verbringt, offenbart sich ihr jetzt ein Trümmerfeld. Der halbe Ort ist auf den Beinen, neugierige Kinder mit Handykameras, Anlieger, Bekannte, Polizisten aus Springe und von der Kripo Hannover, Feuerwehrkameraden. Überall weiße Löschschläuche, Wasserpfützen, ein ungesunder Geruch liegt in der Luft. „Ich bin sofort von der Arbeit hergekommen“, sagt die Frau. Ihr Blick schweift über die Reste ihrer Laube, von den Flammen geschwärzte Bretter, von Feuerwehr-Äxten kleingeschlagene Balken. Das frühere Inventar – Tische, ein Stuhl, Kleidung und Geschirr – davon ist nichts mehr zu sehen.

Einsatzleiter Ralf Seeger und seine 20 Kameraden aus Bennigsen und Gestorf werden um 15.45 Uhr alarmiert. Schon drei Minuten später rückt der erste von drei Atemschutztrupps vor. Das Gebäude ist nicht mehr zu retten. Allerdings drohen die Flammen auf weitere Hütten, Bäume und Sträucher überzugreifen. Den langen Weg vom Hydranten auf dem Schulhof aus führen 160 Meter Schläuche zum Einsatzort. Mit zwei C-Rohren spritzen die Brandschützer Wasser auf die Flammen, die schon von Weitem zu sehen sind. Die Außenwände werden eingerissen. Schweres Gerät kommt zum Einsatz. Anschließend gibt Seeger den Befehl: „Jetzt den Schaum!“

„Damit erzielen wir eine kühlende Wirkung und verhindern Nachbrände – nicht zuletzt zum Schutz der vielen Kinder, die hier spielen“, sagt der stellvertretende Ortsbrandmeister. Für ihn und seine Mitstreiter hat der Spaß längst aufgehört: Was mit kleinen Feuerchen in Papiercontainern begann, hat nun erstmals eine verheerende Wirkung gezeigt. „Hier wurde Privateigentum zerstört“, ärgert sich Seegers.

Ein Umstand passt nicht mit denen der anderen Taten zusammen: Erstmals hat der Feuerteufel am helllichten Tag in einer dicht besiedelten Gegend zugeschlagen. Polizeikommissar Achim Gregor geht auch in diesem Fall davon aus, dass der Brand nicht zufällig entstanden ist. Selbst der verstärkte Einsatz von Polizeistreifen hatte bislang nicht den gewünschten Erfolg erzielen können.

Innerhalb weniger Tage ist es jetzt das fünfte Mal, dass es in Bennigsen durch absichtlich gelegte Feuer brennt. Ortsbürgermeister Hartmut Rieck will – wie berichtet – das Thema heute Abend auf der Ortsratssitzung ansprechen und seine Mitbürger zur Achtsamkeit aufrufen.

In der Kolonie muss in den kommenden Tagen viel aufgeräumt werden. „Keine Ahnung, wie das jetzt hier weitergeht“, sagt die Eigentümerin. Immerhin sei niemand verletzt worden.

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