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Gericht bestätigt Urteil gegen Springer – zwei Jahre nach dem ersten Prozess

Espresso-Streit: Höhere Strafe für Schläger

Springe. Alle guten Dinge sind drei: So oft hat sich das Amtsgericht bereits mit dem handfesten Streit über die korrekte Zubereitung von Espresso befasst. Am dritten Verhandlungstag im zweiten Prozess wurde der 58-jährige Springer gestern erneut zur Zahlung einer Strafe verurteilt. Weil er der Zahlungsaufforderung nach dem ersten Verfahren nicht nachgekommen war, wurde die Strafsumme nun erhöht.

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Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Vor mehr als zwei Jahren soll der Mann einen 40-jährigen Polizisten in einem Springer Café geohrfeigt und gewürgt haben. Zu dem Angriff war es gekommen, weil die Männer unterschiedliche Auffassungen über die richtige Zubereitung von Espresso hatten. Sie konnten dabei offenbar aber keine gemeinsame Basis finden. Schließlich sagte der Angeklagte etwas zum – Zivilkleidung tragenden – Polizeibeamten. In einer fremden Sprache.

Der Polizist will dabei das Wort Idiot herausgehört haben, woraufhin er dem Espresso-Kenner entgegnete, er lasse sich weder in Deutsch noch in einer anderen Sprache beleidigen. Daraufhin kam es zu den Handgreiflichkeiten, die dem Angeklagten vorgeworfen werden.

All das hatte das Gericht bereits am zweiten Verhandlungstag Mitte August noch einmal bestätigt. Dabei war das Verfahren vor zwei Jahren eigentlich schon eingestellt worden – verbunden mit der Auflage, dass der temperamentvolle Experte für unter hohem Druck gebrühten Kaffee an den Polizisten 200 Euro Schmerzensgeld zahlt – und zusätzlich 250 Euro an die Landeskasse. Ersteres hat er längst gemacht. Zweites nicht. Und weil die Auflage zur Verfahrenseinstellung nicht erfüllt war, musste es jetzt erneut aufgerollt werden.

Laut Aussage seines Rechtsanwaltes hatte der Angeklagte nach dem ersten Urteil ohne es zu wissen nicht gezahlt. Sein Mandant habe nämlich geglaubt, die Summe bereits beglichen zu haben. Richterin Tanja Künnemann konnte dieser Version der Dinge aber nicht so recht folgen. Und hat dem Mann gestern deshalb erneut eine Geldstrafe auferlegt – diesmal aber deutlich höher als nach der ersten Verhandlung: Der Springer muss nun 40 Tagessätze à 10 Euro an die Landeskasse überweisen. Unterm Strich sind das 400 Euro – und damit 150 Euro mehr, als er nach dem ersten Verfahren vor zwei Jahren zahlen sollte.

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