weather-image
20°
Baggerfahrer beschädigt Gasleitung: Drei Orte betroffen / Straßen und Bahnstrecke gesperrt

Es zischt – und alle Räder stehen still

Völksen. Wenn man ganz nah dran geht, dann hört man es leise zischen. Nur: Ganz nah dran gehen, das darf in diesem Moment kaum jemand. Denn was da zischt, hält viele Leute auf Trab: Feuerwehr, Polizei, Rettungskräfte, Bahnmanager und Eon-Techniker sind gestern Nachmittag rund um die Kreisstraße zwischen Völksen und Eldagsen beschäftigt: Ein Baggerführer hat bei Bauarbeiten die Hauptgasleitung beschädigt. Haushalte in Bennigsen, Lüdersen und Gestorf waren zunächst von der Versorgung abgeschnitten.

270_008_4473275_gasleckvoelksen4.jpg
zett2

Autor

Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Es ist etwa 13.30 Uhr, als die Arbeiten unter der Eisenbahnbrücke zu einem jähen Ende kommen. Der Baggerführer einer Magdeburger Firma, die hier Telefonleitungen verlegt, trifft und beschädigt die unterirdische Leitung, Gas strömt aus. Glück im Unglück: Dem Mann passiert nichts. Und weil die Vorrichtung zum Verlegen der Telefonleitung das Leck blockiert, ist die austretende Gasmenge gering. Auch der Wind sorgt dafür, dass sich das Erdgas schnell verflüchtigt.

Trotzdem gehen die alarmierten Feuerwehrleute aus Völksen und Springe und die Polizei kein Risiko ein: Sie riegeln die Straße in Richtung Eldagsen genauso ab wie die über der Brücke in Richtung Völksen. Kein Funke darf in die Nähe der Leitung gelangen – keine brennende Zigarette, kein klingelndes Mobiltelefon. Sie könnten eine Explosion verursachen – genau wie ein Zug, der ein paar Meter weiter oben über die Schienen rattert.

Deshalb wird auch die S-Bahn-Strecke gesperrt. Ein Zug in Richtung Springe muss zunächst in Sichtweite des Geschehens warten, er wird kurz darauf in den Bahnhof Bennigsen zurückfahren. Zahlreiche S-Bahnen fallen in den nächsten Stunden aus, Fahrgäste müssen auf extra eingesetzte Busse ausweichen. Ein Notfallmanager der Bahn kommt aus Hameln nach Völksen.

Unterdessen warten die Einsatzkräfte auf Techniker des Versorgers Eon-Avacon. Sie müssen aus Alfeld anreisen, um die Hauptleitung zu verschließen – und so die Gefahr vorerst zu bannen. Als sie schließlich vor Ort sind, wird ihre Arbeit erschwert durch die Erdhaufen, die das Verlegen der Telefonleitungen hinterlassen hat: Zuerst müssen sich die Techniker zu den Gashähnen durchgraben. Dann ist die Leitung zu – doch die Arbeit geht weiter. Eine Sprecherin von Eon-Avacon erklärte gestern, bis zum späten Abend solle die Leitung zumindest provisorisch repariert sein.

Dann sollten auch die Haushalte in Bennigsen, Lüdersen und Gestorf wieder versorgt sein, die an der beschädigten Leitung hängen. „Die endgültige Reparatur erfolgt später – unbemerkt von den Verbrauchern“, so die Sprecherin. Es könne jedoch sein, dass einige Haushalte ihre Gasheizung von einem Monteur wieder starten lassen müssten. Wer Hilfe braucht, kann sich unter der kostenfreien Rufnummer 0800/ 4282266 melden.

An der Unglücksstelle werden um 15.37 Uhr alle Sperrungen wieder aufgehoben, die Einsatzkräfte rücken ab. Durchatmen ist angesagt.

Kommentare