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Erste städtische Flüchtlingsunterkunft betriebsbereit

Springe. Es geht in die heiße Phase: Am kommenden Montag werden 24 Flüchtlinge in das ehemalige Seniorenheim Roddau einziehen. Ein zehnköpfiges Team wird sich dann rund um die Uhr um die Asylbewerber kümmern.


Springe. Es geht in die heiße Phase: Am kommenden Montag werden 24 Flüchtlinge in das ehemalige Seniorenheim Roddau einziehen. Ein zehnköpfiges Team wird sich dann rund um die Uhr um die Asylbewerber kümmern. Derzeit laufen die letzten Vorstellungsgespräche.

„Das Haus ist betriebsbereit“, bestätigt Stefan Rehse von der Rehse-Gruppe, die den Komplex aus der Insolvenz übernommen hat und der Stadt gegen eine monatliche Gebühr zur Verfügung stellt. Nur einige kleinere Reparaturen im Dachgeschoss seien noch notwendig. Außerdem erwarte man eine letzte Möbellieferung, da die Einrichtung aus Pflegeheimzeiten nicht ausreiche.

Insgesamt 75 Personen sollen in den kommenden Wochen und Monaten in dem Gebäude ein neues Zuhause finden. Wie lange sie dann dort leben werden, ist offen. „Das Angebot ist primär für Familien gedacht“, sagt Rehse. Dabei habe man vor allem mit Doppelzimmern geplant – insgesamt etwa 50. Zur Grundausstattung gehört dabei auch immer ein Bad, ein Set Bettwäsche sowie Handtücher. Wenn nötig, kann ein Kinderbett hinzugestellt werden.

„Wir unterscheiden uns insofern von anderen Unterkünften, als dass die Menschen hier ständig betreut werden“, sagt Unternehmer Rehse – anders als etwa diejenigen, die im Obdachlosenheim Im Reite untergekommen sind.

Die Mitarbeiter sind im Schichtdienst tätig. Sozialarbeiterin Miriam Wurth ist jeden Tag vor Ort und Ansprechpartnerin für die Flüchtlinge. Außerdem gibt es Haushalts- und Putzkräfte, die sich um die Reinigung der Gemeinschaftsflächen kümmern. Eine eigene Küche für die Bewohner gibt es nicht. Das Mittagessen wird angeliefert. Wichtig ist Rehse: „Das wird kein Hotelbetrieb. Wir möchten, dass sich die Menschen hier auch einbringen.“

Am Montag werden die ersten Familien in der Unterkunft einziehen. „Sie kommen mit kleinen Kindern und Babys“, sagt Rehse. Damit sie sich besser zurechtfinden, hat der Unternehmer Schilder und Aushänge auf Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch und Türkisch gestaltet.

Für die Rehse-Gruppe ist die Arbeit mit Flüchtlingen nicht neu. Bereits in den 90er-Jahren betreute sie für sechs Jahre eine Unterkunft in Hameln, in der 120 Asylbewerber untergebracht waren. „Wir konnten in den vergangenen Jahren einige Erfahrungen sammeln“, sagt Rehse denn auch. Dieses Wissen sei jetzt hilfreich. Zumal das Unternehmen neben Springe, aktuell auch in Obernkirchen und Querfurt Flüchtlingsunterkünfte betreibt.

Ein Geschäftsmodell mit Zukunft seien die Unterkünfte für ihn aber nicht. „Diese Angebote sind aus der Situation heraus entstanden“, sagt Rehse. Es gebe keinerlei Pläne, auf diesem Markt weiter vorzudringen. Werde man, wie etwa von der Stadt Springe, erneut beauftragt würden, dann könne er sich aber vorstellen, noch einmal aktiv zu werden.

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