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Energie- und Umweltzentrum: 25 Jahre auf dem neusten Stand

ELDAGSEN. 236 Quadratmeter Fläche – und ein Wärmebedarf von 14,1 Kilowatt pro Jahr. Der ist unter dem, was ein Passivhaus heute an Energie verbraucht. Die Daten stammen nicht von irgendeinem Hightech-Haus, sondern vom Holzgästehaus beim Energie- und Umweltzentrum (Euz). Und das ist 25 Jahre alt.

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Autor:

RALF T. MISCHER-

ELDAGSEN. 236 Quadratmeter überbaute Fläche, 365 Quadratmeter Nutzfläche – und dabei einen Wärmebedarf von 14,1 Kilowatt pro Jahr – Der ist damit sogar unter dem, was ein Passivhaus heute im Durchschnitt an Energie verbraucht. Die Daten stammen aber nicht von irgendeinem supermodernen Hightech-Haus, sondern vom Holzgästehaus beim Energie- und Umweltzentrum (Euz). Und das ist 25 Jahre alt.

„Das, was wir damals gebaut haben, ist heute noch aktuell“, schwärmt Wilfried Walther (56), Vorsitzender des Energie- und Umweltzentrums zwischen Saupark und Eldagsen. Er war damals dabei, als das ambitionierte Bauprojekt geplant und umgesetzt wurde. Stolz ist er heute auch darauf, dass die Energie-Wende-Pioniere am Waldrand damals bereits voll auf nachwachsende Rohstoffe und zu der Zeit noch ungewöhnliche Werkstoffe gesetzt haben. Auf konventionelle Spanplatten wurde in dem Holzhaus etwa völlig verzichtet, stattdessen wurden Platten aus Holz, Mehl und Gips hergestellt und verbaut. Viele Ideen, die von den Eldagsern damals ausprobiert wurden, sind heute Standard im Holzhausbau.

„Wir möchten aber gern wissen, in welchem Zustand die Dämmung heute ist“, sagt Walther. Nicht nur deshalb bietet das Euz ein zweitägiges Seminar an, bei dem das alte Haus genau unter die Lupe genommen werden soll: „Twentyfive years after – ein Gästehaus wird seziert“, lautet der Titel der Veranstaltung, die am Montag beginnt.

Geleitet wird der Kurs von den Architekten des Gebäudes, Robert Borsch-Laaks und Ingo Gabriel. Gemeinsam mit den Teilnehmern sollen unter anderem Bausegemente geöffnet werden. „Wir möchten kontrollieren, in welchem Zustand die Dämmstoffe heute sind“, erläutert Walther. Und auch die damals rekordverdächtige Gebäudedichtheit wollen die Seminar-Teilnehmer einer Prüfung unterziehen.

„Es ist an der Zeit, kritisch zurückzublicken: Welche Erkenntnisse haben wir gewonnen, wo blicken wir augenrollend zurück - und vor allem: was haben wir gelernt und was können wir für unser zukünftiges Bauen verwerten“, sagen die Architekten Borsch-Laaks und Gabriel zur Beschreibung der Seminar-Motivation.

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