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E-Mail-Duelle zur Sportstätten-Miete

Springe/Holtensen. Mit 18 zu 12 Stimmen hatte der Rat am Donnerstag die umstrittene Sportstätten-Miete beschlossen. Ruhe ist deswegen noch lange nicht eingekehrt: Emotionale E-Mail-Debatten sind aktuell im Umlauf.


Springe/Holtensen. Mit 18 zu 12 Stimmen hatte der Rat am Donnerstag die umstrittene Sportstätten-Miete beschlossen. Ruhe ist deswegen noch lange nicht eingekehrt: Tagelang lieferten sich CDU-Fraktionschef Wilfred Nikolay und Vereinsvertreter wüste E-Mail-Debatten über große Verteiler. Und auch die SPD schimpfte über das Abstimmungsverhalten der Christdemokraten.

Nikolay reagierte auf eine unwirsche Mail von Klaus Smollich, Sprecher des TTC Springe, in der er der Politik vorwarf, Gespräche mit den Vereinen verweigert zu haben. Der TTC hatte nicht nur erfolgreich gegen die alte Sporthallengebühr geklagt, sondern sich später auch vom Sportring losgesagt und eine eigene Interessengemeinschaft gegründet – unter anderem mit den Handballfreunden. Sie will sich heute Abend im Handballheim treffen, um weitere Schritte zu beraten.

Nikolay erinnerte in seiner langen Mail an zahlreiche Vereinsvertreter und Politiker an die Geschichte der jetzt beschlossenen Satzung – und daran, dass die Vereine aus seiner Sicht „umfassend eingebunden“ waren – nämlich über den Sportring. Dass der nicht mehr bei jedem Verein wohlgelitten ist und eine Art gemeinsame Stimme aller Clubs fehlt, müssten die Betroffenen für sich regeln. Nikolay kritisierte aber auch erneut Bürgermeister Christian Springfeld und andere Beteiligte, die Zahlen und Angaben der Verwaltung in Zweifel ziehen: So sei „keine vernünftige Arbeit mehr möglich“. Dass die CDU im Dezember den Beschluss noch einmal verzögerte, habe auch an den vom TTC verbreiteten Behauptungen gelegen, der Verwaltungsaufwand für die Hallenmiete überschatte die Einnahmen – das entbehre „jeder Grundlage“, so Nikolay.

Für Marko Schneider, Chef des TTC Holtensen, war das zu viel: Ihm platze die Hutschnur, wenn er Nikolays Mails lese. Solange der schlechte Zustand von kleineren Hallen wie Holtensen nicht behoben sei, könne man auch nicht guten Gewissens die gleichen Gebühren verlangen wie für größere, besser ausgestattete Gebäude.

Und dann war da noch die SPD: Die bezeichnete in einer Stellungnahme das Abstimmverhalten der CDU zur Sportstättenmiete als „unwürdig“. Die Fraktion habe das Thema im Dezember „mit großem Getöse“ von der Tagesordnung genommen – und dann doch dafür gestimmt, „obwohl sich inhaltlich nichts geändert hat“, so SPD-Fraktionsvize Eberhard Brezski. Die Kritik von Nikolay an Springfeld sei außerdem „vollkommen überzogen“.

Er selbst, so Brezski, habe gegen die Gebühr gestimmt: Diese sei intransparent, wenig fair und nicht rechtssicher. Ein Antrag aus Reihen der SPD, eine hallenbezogene Gebühr zu schaffen, war im Rat gescheitert.

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