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Stadt will Ende nächster Woche IGS-Fragebögen versenden / Ergebnis soll bis 15. April vorliegen

Eltern haben für ihr Votum eine Woche Zeit

Springe (mf). 1049 Familien werden Anfang April darüber entscheiden, ob Springe zum Unterrichtsjahr 2012 eine IGS bekommt oder nicht. Fachbereichsleiterin Dagmar Wiese-Cordes will heute im Schulausschuss die endgültige Fassung eines Fragebogens vorstellen, der Ende nächster Woche an Eltern verschickt werden soll.


Am Montag hatte Wiese-Cordes den Text nochmals mit der Landesschulbehörde und der Fachhochschule Hannover abgestimmt, die mit der Auswertung betraut werden soll. Dabei seien aber nur noch geringfügige redaktionelle Änderungen vorgenommen worden.

Die Eltern werden nach Erhalt des Briefes eine Woche Zeit haben, zu antworten. Ein der Post beigefügter, dringender Appell und ein frankierter Rückumschlag sollen dafür sorgen, dass möglichst viele der Angeschriebenen teilnehmen und ihr – für sie nicht bindendes – Votum abgeben. Um Vertraulichkeit zu gewährleisten, gehen die Antworten direkt nach Hannover an die Fachhochschule.

Adressaten der Befragung („Würden Sie Ihr Kind auf eine IGS schicken?“) sind alle Springer Eltern, deren Kinder derzeit die erste bis dritte Grundschulklasse besuchen oder das letzte Kindergartenjahr absolvieren. Politisch ist der Antrag auf Einrichtung einer IGS bereits beschlossene Sache, zu den weiteren Bedingungen gehört aber ein mehrheitliches Elternvotum.

Mindestens 525 Eltern müssen demnach für eine IGS stimmen. Entscheidend ist aber nicht allein die absolute Zahl. Vielmehr muss es in jedem einzelnen der vier Jahrgänge mindestens 130 befürwortende Stimmen geben, wie Wiese-Cordes unter Hinweis auf das Schulgesetz erklärt.

Dem engen Zeitplan folgend, soll die Fachhochschule noch vor den Osterferien das Ergebnis der Befragung mitteilen. Als Stichtag ist der 15. April und damit der letzte Schultag vorgesehen. Die Dezernentin macht keinen Hehl daraus, dass die Verwaltung lieber etwas mehr Zeit zur Verfügung gehabt hätte, der Rat aber das hohe Tempo vorgegeben habe.

Eine Ausweitung der Fragebogenaktion etwa auf die Eltern noch jüngerer Kinder, wie sie teilweise gefordert worden ist, hält Wiese-Cordes für wenig zielführend: „Irgendwo muss man schließlich eine Grenze ziehen.“ Die Verwaltung habe deshalb beschlossen, sich strikt an die gesetzliche Vorgabe zu halten.

Unterdessen wächst nicht nur die Spannung, sondern auch die Anspannung. Diese sei vielen Beteiligten deutlich anzumerken, hat Wiese-Cordes beobachtet. Fast täglich sehe sich die Schulbehörde mit Anfragen aus Kindergärten konfrontiert, ob dem Wunsch nach Elterninformation – aus dem einen oder anderen Lager – stattgegeben werden dürfe, solle oder gar müsse. „Die Entscheidung liegt bei Elternräten und Einrichtungsträgern – wir halten uns da raus“, macht Wiese-Cordes deutlich.

Befürworter und Gegner einer Springer IGS lassen denn auch nichts unversucht, auf der Zielgeraden noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren. Die Elterninitiative „IGS für Springe“ warf dem Otto-Hahn-Gymnasium gestern in einer Pressemitteilung „systematische Trickserei“ vor. Die von dessen Leiter Carl-Clemens Andresen ins Feld geführte Schülerzahlprognose basiere auf falschen Daten und solle einzig dazu dienen, eine IGS zu verhindern. Die errechnete Schülerzahl ist Sprecher Dennis Allerkamp zufolge um 25 bis 50 Prozent zu niedrig angesetzt.

Die CDU holt sich in der Schuldebatte morgen Abend prominente Unterstützung in Person von Kultusminister Bernd Althusmann. Dabei gehe es nicht darum, sich gegen eine IGS zu positionieren, beteuert Partei-Vize Elke Riegelmann, sondern „dem berechtigten Wunsch der Eltern nach umfassender Information über mögliche Schulmodelle in Springe Rechnung zu tragen“.

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