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Ortsverein setzt sich für eine IGS am Deister ein / Schulte-Czichon: „Chancengleichheit für alle“

Eltern bleiben SPD-Gesamtschuldebatte fern

Springe (ric). Sehnsüchtig schweift der Blick der Springer Sozialdemokraten Richtung Hannover. Der Gastredner, Dr. Hajo Müller, punktet mit seinem Konzept auf voller Linie. Ein komplexes Schaubild flimmert auf. Es zeigt, was gemeinsam erlernt werden und wie Schüler eigene Schwerpunkte bei der Fächerwahl setzen können. Und der SPD-Ortsverein ist sich sicher: Eine Integrierte Gesamtschule nach dem Vorbild der IGS Mühlenberg – damit kann die Stadt Springe ihre eigene Zukunft sichern.

Raum für Diskussionen – aber auch viel Platz in den Reihen

Bei der Podiumsdiskussion im Schulzentrum Nord, zu der Axel Schulte-Czichon und Michael Buckup eingeladen hatten, spricht neben dem Didaktischen Leiter der 1900-Schüler-Einrichtung, gelegen in einem sozialen Brennpunkt der Landeshauptstadt, auch die bildungspolitische Spitze der SPD Niedersachsen. „Die soziale Herkunft entscheidet im dreigliedrigen System über die Bildungschancen“, kritisiert die Landtagsabgeordnete Frauke Heiligenstadt. Ein Satz, den die Zuhörer am Dienstagabend vorher schon zweimal gehört haben, der für die SPD aber eines der Hauptargumente für die Einrichtung von Gesamtschulen darstellt. „Es ist unglaublich, wie stur die Regierung am System festhalten will, wir sollten vielmehr dem Elternwillen gerecht werden“, fordert die heimische Landtagsabgeordnete Sigrid Leuschner.

Die Zuschauer – nur 40 Personen sind erschienen – fühlen sich an frühere Zeiten erinnert: „Diese Diskussion haben wir schon vor 40 Jahren hier geführt, allerdings sind heute nicht annähernd so viele Leute da“, bemerkte Klaus Smollich. Die Stimmung für eine gemeinsame Beschulung habe sich landesweit jedoch deutlich verbessert, stellte Frauke Heiligenstadt dagegen.

Schulte-Czichon räumte gegenüber der NDZ jedoch ein, mit der Veranstaltung nicht genügend Eltern erreicht zu haben. Noch nicht. „In 2014 werden wir hier ein Drittel weniger Schüler haben, dann wird die Hauptschule kooperieren müssen. Warum also nicht gleich eine IGS, wenn der Bedarf da ist?“

Der nächste Schritt soll eben das klären: Die SPD will Eltern in heimischen Grundschulen und Kitas befragen. „Eine IGS leistet die beste Chancengleichheit für alle“, ist sich der Ortsvereins-Vorsitzende sicher.

Die Integrierte Gesamtschule (IGS)

Schüler mit Haupt-, Real- und Gymnasialempfehlung werden auf einer IGS gemeinsam unterrichtet – das soll soziale Kompetenzen stärken. Ein großer Wahlpflichtbereich soll individuelle Stärken fördern. Im Regelfall sind IGS Ganztagsschulen, an denen alle Abschlüsse erworben werden können.

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