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Elisabeth Pfeiffer: Warum geeintes Europa wichtig ist

ELDAGSEN. Wenn sie erst einmal begonnen hat, zu reden, dann kann sie so schnell nichts und niemand stoppen: Elisabeth Pfeiffer plant in Eldagsen eine Vortragsveranstaltung. Die 84-Jährige möchte über das Grauen des Zweiten Weltkrieges sprechen – und darüber, dass sich so etwas niemals wiederholen darf.

Inspiration Gorbatschow: Der Ex-Staatspräsident der Sowjetunion hat ein Buch geschrieben, das Elisabeth Pfeiffer bewegt. FOTO: MISCHER
Mischer

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Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Bis 2013 hatte Pfeiffer eine regelmäßige Vortragsreihe namens Unterhaltung vor acht in Eldagsen, seitdem hat sie pausiert. Nun, angesichts des drohenden Kollapses der EU durch den Brexit und die bis vor einigen Tagen noch drohende Wahl einer Rechtsradikalen zur Präsidentin Frankreichs, wird sie wieder aktiv. „Es darf keinen Krieg mehr geben – deshalb haben wir zu reden“, sagt sie. Es gäbe keine Alternative zu einem friedlichen, geeinten Europa.

Deutlich machen möchte sie das anhand der Geschichte ihres verstorbenen Mannes Rudi Pfeiffer, Spätheimkehrer. „Wissen Sie eigentlich, was das ist“, fragt die resolute Eldagserin. Gerade jungen Menschen sei nicht mehr klar, was Krieg für die einfachen Menschen bedeute, „wenn ich als Soldat geschickt werde und es brennt überall“. Das möchte sie ändern. Indem sie erzählt, wie ihr Mann 1945 beim Kampf um Berlin verheizt werden sollte, Hitlers letztes Aufgebot waren Minderjährige, wie er gefangen wurde und in ein Lager bei Donezk kam. „Die Häftlinge sind gefallen wie die Fliegen.“

Rudi Pfeiffer überlebte den Schrecken „er hatte auch Glück“ und wurde 90 Jahre alt. Irgendwann begannen seine Frau und die Kinder, seine Geschichte aufzuschreiben. Zunächst für sich selbst, um zu verstehen, was er erlebt hat. Jetzt aber möchte Pfeiffer die Geschichte öffentlich machen, alle sollen wissen, was damals los war, im Krieg.

Ihre Sorge: Dass sich Geschichte wiederholt. Weil die heutige Generation nicht mehr weiß, wie unermesslich groß das Leid ist, das Krieg bedeutet. Für alle. „Deshalb sage ich: reden, reden, reden – und nicht zuschlagen.“ Auch wenn das manchmal schwierig sei, etwa mit Putin: „mit dem braucht man Geduld“. Pfeiffer sieht Dialog als einzige Lösung. Bei der Veranstaltung wird aber nicht nur sie reden, Zeitzeuge Karl Bertram spricht über seine Kriegserfahrungen. Und Dirk Merten spricht über seine Erfahrungen in der Bundeswehr und über die Arbeit der Reservistenkameradschaft.

Die Veranstaltung findet statt am Freitag, 12. Mai, um 18 Uhr im Oelhus, Lange Straße 79. Der Eintritt kostet 12 Euro.

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