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Realverband streitet mit „Biotop-Management-Initiative Ziegeunerwäldchen“ / Ein Fall für die Gerichte?

Eldagsener Landwirte fühlen sich behindert

Eldagsen (si). Der Realverband Eldagsen liegt im Clinch mit Naturschützern. Die Landwirte schließen nicht aus, dass der Streit irgendwann vor Gericht landet.

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Realverbandsvorsitzender Fritz Bohle schlug jetzt in der Jahreshauptversammlung kritische Töne an. Auslöser war die vom Realverband veranlasste Räumung des Grenzgrabens zu Gestorf und Hallerburg. Landwirte aus den Nachbarorten hätten den Realverband gebeten, diesen Bereich, der parallel zur Haller verläuft, als Wasserdurchlauf wieder freizumachen. Die Arbeiten waren laut Bohle schon in vollem Gang, als die „Biotop-Management-Initiative Ziegeunerwäldchen“ – vorgeblich aus Naturschutzgründen – einen Stopp veranlasste.

Auch ein Anrufen der Unteren Naturschutzbehörde habe nicht zur Klärung der Angelegenheit geführt, bedauerte Bohle. Eine geordnete Landwirtschaft sei dort zurzeit nicht möglich.

„Auch wir sind für Naturschutz und haben ein gutes Verhältnis zum Nabu“, betonte der Vorsitzende. „Es kann doch aber nicht sein, dass bestehendes Wasserrecht gebrochen wird. Danach haben Unterlieger nämlich Wasser vom Oberlieger abzunehmen.“ Der Realverband rät den betroffenen Landwirten, gegebenenfalls Klage einzureichen.

Mit dem Biotop-Management habe es schon wiederholt Auseinandersetzungen gegeben, erinnerte Bohle. Als Beispiel führt er den Weg hinter dem Klärwerk zu Severins Brücke an. Während der Wachstumsperiode sei in jedem Jahr die Verbindung total verkrautet, weil die Naturschützer keinen Finger krumm machten – auch zum Kummer der naturliebenden Wanderer und Radler.

Erfreulicher fiel Bohles Bilanz beim Wegebau und dem Zurückschneiden von Hecken aus. Hier hätten die Mitglieder an einem Strang gezogen und in Eigenregie einen Großteil der anfallenden Arbeiten erledigt.

Im Vorjahr seien die Fahrbahnen der Wirtschaftswege auf einer Gesamtlänge von fünf Kilometern instand gesetzt sowie sieben Kilometer Gräben ausgeschlagen worden. Zur Stabilisierung der Fahrbahndecken hat der Realverband etwa 100 Tonnen Schotter anfahren lassen.

Im Zuge des Wegebaues wurde vorrangig schweren Lastzügen Rechnung getragen, die während der Rübenkampagne im Einsatz sind. Als für die Verdichtung geeignetes Material habe sich auch Bitumenschredder erwiesen, der bei der Instandsetzung des Weges vom Freibad in Richtung Holtensen verwendet wurde, so Bohle, und die Strecke gut befahrbar macht. In diesen Zusammenhang erinnerte er daran, dass laut Realverbandsbeschluss Landwirte, die Maschinen und Arbeitskraft zur Verfügung stellen, nach den jeweilig geltenden Sätzen entlohnt werden.

Im vergangenen Jahr musste eine nicht mehr standfeste große Weide am Gehlenbach gefällt werden. Sie drohte auf ein bewohntes Haus zu stürzen. Außerdem wurde am Landwehrweg ein durch Feuer zerstörter Baum entfernt. Sorgen bereiten dem Realverband die versandeten Brückendurchlässe in der Feldmark. Überlegungen gehen dahin, sie mit einem Spezialgerät zu „durchschießen“.

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