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Eklat bei Vorstandsneuwahlen des FC Springe

SPRINGE. Dicke Luft im Sportlerheim der Springer Fußballer: Plötzlich tat sich ein Riss auf unter den etwa 60 Teilnehmern der Versammlung des FC Springe. Wie berichtet, trat Hans-Joachim Meier nicht mehr zur Wahl an. Bei den Neuwahlen drohte jetzt der Konflikt zu eskalieren.

Wie gehts weiter beim FC? Die Stimmung ist nach dem Ausscheiden von Hans-Joachim Meier angespannt. FOTO: KRAUSE

Autor:

Reinhold Krause

Denn einen hatte niemand der alten Vorstandsriege auf dem Zettel, als es um die Wahl eines neuen Vorsitzenden ging – Bernd Teschner. Er war es, der für reichlich Brisanz an diesem Abend sorgte, denn der alte Vorstand hatte sich schon auf ein neues Vorstandskonstrukt mit Ralf Käß, bislang stellvertretender Vorsitzender, an der Spitze sowie einem Wechsel des Schatzmeisters verständigt. Hier sollte Harald Schröder den Posten von Schatzmeister Manfred Wißmach, der auch nicht mehr zur Wiederwahl antrat, übernehmen.

Die restlichen Vorstandsposten werden weiterhin von den bisherigen Trägern wahrgenommen. Bei Nachfrage des Versammlungsleiters Wilfried Liebhold, ob es noch weitere Vorschläge gäbe, tauchte plötzlich der Name Teschners auf. Sein Antritt als Kandidat für das Amt des Vorsitzenden wurde von einer starken Gruppe innerhalb der Versammlung unterstützt. Doch gezielte Nachfragen aus den gegnerischen Reihen an ihn, ob er denn auch eine Vorstandsmannschaft beisammen habe, brachten sein Vorhaben sowie auch die erste Abstimmung zum Scheitern.

Ein falsches reklamiertes Zählergebnis machte eine erneute Abstimmung erforderlich. Das Rennen machte schließlich Käß, der 24 Stimmen bekam. Sein Herausforderer Teschner unterlag äußerst knapp mit 23 Stimmen. Dass große Unstimmigkeiten innerhalb des Vereins die Mitglieder entzweien, war an diesem Abend unschwer zu erkennen. Was macht der Verlierer, auch wenn man ihn so nur schwerlich bezeichnen kann? Er verlässt umgehend die Versammlung. Auch kein guter Stil.

Viel Arbeit gibt es jetzt für den neuen Vorstand, die gegnerischen Reihen des 407 Mitglieder starken Vereins wieder zu schließen. Denn eins hatte auch Meier in seinem letzten Vorstandsbericht kritisiert: die mangelnde Kameradschaft und die fehlende Identifikation der Jugendlichen im Verein. „Wir sind kein Dienstleistungsbetrieb“, sagte Meier. „Die Mitglieder sollten sich aktiv einbringen gemäß der Ziele und der Satzung des Vereins.“

Großes Interesse weckte der neue Schatzmeister Schröder mit dem „Projekt 2022“ – die Neugestaltung der Spielfläche mit einem Kunstrasen. Die eingeholten Angebote liegen zwischen 288 000 und 291 000 Euro. Fazit: Das Projekt könne der Verein bewältigen, da die Fußballer die Voraussetzungen mitbringen, einen Zuschuss von etwa 60 000 Euro zu erhalten. Werbung und Sponsoring sowie eine Spendentafel, hier können etwa 320 kleine sowie auch einige größere Spielflächen wie Anstoßkreis und Eckfahnen per Spende erworben werden, könnten so zur Realisierung des Vorhabens beitragen.

Bis auf die Vorstandswahlen verlief die Versammlung des FC in ruhiger und sachlicher Atmosphäre. Der ehemalige Vorsitzende Meier und Schatzmeister Wißmach sowie die beiden Leiter der Herren- und Jugendmannschaften lieferten ihre Berichte über das vergangene Jahr ab.

Meier wurde zuvor für seine langjährige Tätigkeit beim FC vom Ehrenmitglied des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) Kreis Hannover, Hans Meister, mit Urkunde und Goldener Verdienstnadel des NFV ausgezeichnet. Meier ist seit 28 Jahren im FC, davon war er zwölf Jahre Vorsitzender.

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