weather-image
17°

Einzelhandelskonzept: Das sagen Händler und ein Investor

SPRINGE. Die Entscheidung der Politik über die Zukunft des Einzelhandelskonzepts – und damit über eine wichtige Stelleschraube in Sachen Stadtzukunft – steht noch aus; genauer gesagt liegt.

Stop-Schild: Sollen sich Einzelhandelsbetriebe an der Osttangente in Springe künftig erweitern dürfen? Auch darin geht es im Einzelhandelskonzept. FOTO: HELMBRECHT
Mischer

Autor

Ralf T. Mischer Redakteur zur Autorenseite

Und zwar in Form seiner nicht überplanten Variante bei der Verwaltung, die an dem Papier derzeit Modifikationen durchführt. Bürgermeister Christian Springfeld hat sich vorab dafür ausgesprochen, die mit dem Konzept verbundenen Vorschriften eher entschärfen zu wollen, um auf den Unmut einiger Nicht-Innenstadt-Einzelhändler über die Sortimentsbeschränkung zu reagieren. Im Gegensatz dazu hofft der Werbe- und Informationsring auf eine möglichst stringente Umsetzung der vom Planungsbüro Stadt und Handel vorgesehenen Regeln.

Peter Othmer, Planer und Investor des Einzelhandels-Großprojekts, befürwortet die Marschrichtung des Einzelhandelskonzepts mit dem Anliegen, die Innenstadt zu stärken: „Da hat die Stadt in der Vergangenheit geschlafen“, sagt er mit Blick auf das Ladensterben in der City. Othmer glaubt aber nicht an die Notwendigkeit einer Sortimentsbeschränkung. „Wenn der große Rewe-Einkaufsmarkt in der Innenstadt gebaut ist, dann ist das Einzelhandelsprojekt umgesetzt“, sagt er.

Die City sei dann gegenüber dem Gewerbegebiet gestärkt, der Rewe-Vollsortimenter spüle als Magnet rund 2000 Kunden in den zentralen Einkaufsbereich der Stadt, kleine Geschäfte würden gestärkt. Die wiederum stärken den großen Rewe. „Die Leute sollen im Stadtgebiet alles kriegen, das bringt die Frequenz.“ „Wir müssen mit dem Rewe aber ein überzeugendes Konzept erarbeiten“, betont Othmer, „und das muss die Stadt vernünftig begleiten“. Derzeit sieht der Investor keine stadtplanerischen, sondern baurechtliche Hürden – und wünscht sich ein stärkeres Entgegenkommen seitens der Verwaltung.

Für den Werbe- und Informationsring (Wir) Springe, der das Konzept der Firma Stadt und Handel stets positiv bewertet hat, wünscht sich Wilko Struckmann, dass der Entwurf nicht „völlig aufgeweicht wird“. Konkret spricht er sich nicht generell dagegen aus, dass Firmen, etwa an der Osttangente ihre Verkaufsflächen erweitern dürfen. Allerdings verlangt er, dass sie nach Raum-Erweiterungen nicht beliebig ihre Sortimentspaletten erweitern. Natürlich könne mit allen Interessensgruppen – großen Einzelhandelsketten, Investoren und Geschäftsinhabern, gesprochen werden. Im Mittelpunkt sollte aber weiterhin der Ansatz stehen, die Innenstadt zu stärken. „Dabei sollte man auf den Rat der Experten von Stadt und Handel hören“, ist Struckmann überzeugt.

Überdies betrachtet Struckmann das Einzelhandelskonzept nur als Grundlage für weitergehende Überlegungen darüber, wohin sich Springe in Zukunft entwickeln soll. „Die Innenstadt sollte dabei als unser aller Wohnzimmer verstanden werden, in dem man seine Gäste empfängt, feiert, Freunde trifft – und auch einkauft.“ Der Einzelhandel ist demzufolge nur ein Bestandteil eines „Erlebnisraums“, der Springe zukunftsfähig machen soll. Weitere Konzepte – über das Einzelhandelskonzept hinaus – sollten entwickelt werden.

Unterm Strich, ist Struckmann überzeugt, braucht der Handel die Stadt – und die Stadt brauche auch den Handel.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare